Game Changer: Erneuerbare Kunststoffe aus Feedstock der 2. Generation

Quelle: Arthur Pereira | Unsplash

 

Game Changer: Erneuerbare Kunststoffe aus Feedstock der 2. Generation

Thomas Reiner | 07.07.2021

Beiersdorf setzt ab sofort in fast 30 Ländern rund um die Welt Verpackungen aus zertifiziertem, erneuerbarem Polypropylen (PP) für Teile seines Nivea-Portfolios ein. Als Rohstoffbasis dient mit zertifiziertem Tallöl ein nachwachsender Feedstock der zweiten Generation. Damit geht Beiersdorf den richtigen Weg! Denn der Einsatz erneuerbarer Rohstoffe wird neben dem PCR-Einsatz zum Game Changer bei der Etablierung der Circular Economy werden.


 

Seit diesem Monat setzte Beiersdorf in nahezu 30 Ländern rund um die Welt für die Gesichtspflegeprodukte der Nivea Natural Balance-Serie auf Verpackungen aus zertifiziertem, erneuerbarem Polypropylen (PP). Damit wählt das Unternehmen einen richtigen und zukunftsweisenden Ansatz. Denn der Einsatz erneuerbarer Rohstoffe wird neben dem Einsatz von PCR zum Game Changer bei der Etablierung der Kreislaufwirtschaft werden. Dass diese Entwicklung schneller vonstattengeht, als gemeinhin erwartet wurde, lässt aufhorchen.

Was den Schritt von Beiersdorf besonders hervorstechen lässt, ist die Verwendung eines nachwachsenden Rohstoffes der zweiten Generation. Das Material stammt aus dem, Trucircle-Portfolio von Sabic und wird aus Tallöl gewonnen. Dass ein Big Player wie Beiersdorf das Thema Renewables nicht nur angeht, sondern gleich konsequent zu Ende denkt, kann man nur begrüßen.

 

Rohstoff Tallöl

  • Ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Rohstoffs und des Lieferanten war für Beiersdorf das sogenannte „Feedstock-Konzept“.
  • Tallöl ist ein Feedstock der zweiten Generation und Nebenprodukt der Forstwirtschaft. Anders als beispielsweise bei Bio-Kunststoffen auf der Basis von Zuckerrohr oder Mais ist der Rohstoff keine Nahrungsquelle.
  • Seine Ökobewertung basiert auf dem Prinzip der Massenbilanzierung in Übereinstimmung mit dem International Sustainability & Carbon Certification (ISCC PLUS) Schema.
  • Tallöl ersetzt Rohöl und wird nach dem Prinzip der Massenbilanzierung in den Herstellungsprozess integriert, ohne dass ein eigener Produktionsdurchlauf aufgesetzt werden muss.

 

Verpackungsstrategie bei Beiersdorf

Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 50 Prozent weniger erdölbasiertes Neuplastik einzusetzen. Außerdem sollen alle Verpackungen bis dahin wiederverwendbar, wiederbefüllbar oder recyclingfähig sein.

 

Game Changer

Welche zentrale Bedeutung der Einsatz von Post Consumer Recycled Plastics für die Etablierung einer Kreislaufwirtschaft hat, ist inzwischen fast allen Stakeholdern angekommen. Denkt man die Sache konsequent zu Ende, muss sich der Blick auch auf die Quelle des Virgin-Rohstoffs liegen.

Nachwachsender Quellen sind nur dann wirklich nachhaltig, wenn sie nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion stehen. Die Verwendung sogenannter Feedstocks der zweiten Generation wird ein Game Changer! Das diese Entwicklung so schnell konkret wird und dann auch gleich global ausgerollt wird, ist eine große und positive Erkenntnis.

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Wo Nachhaltigkeit und Produktschutz aufeinanderprallen.

Ritter Sport verpackt Schokolade in Papier

Thomas Reiner | 24.03.2020
Die Alfred Ritter GmbH & Co. KG stellt nun unter der Marke Ritter Sport erstmals eine zu 100 Prozent in Papier verpackte Schokoladentafel vor. Dabei ersetzt ein laut dem Unternehmen neu entwickeltes „Spezialpapier“ die bislang verwendete, bereits recycelbare Monomaterial-Kunststofffolie. Die Aktion ist vorerst auf 1.500 Tafeln beschränkt, für die sich Konsumenten als Tester bewerben konnten. Weitere Tafeln wurden in den beiden Flagship-Stores verkauft. Ein QR-Code auf der Verpackung führt zu einem kurzen Fragebogen, mit dem die Verbraucher ihr Feedback zur Verpackung abgeben können. Ritter Sport testet auf diese Weise die Alltagstauglichkeit seiner Verpackungsinnovation – und nimmt die bereits vermuteten Schwierigkeiten beim Einsatz von Papierverpackungen für fettige Produkte unter die Lupe des Konsumentenalltags. Die Frage, ob die Papierverpackung am Ende besser sei, als die vorher eingesetzte Kunststofffolie, beantwortet Ritter Sport in seinem Blog mit einem eindeutigen JEIN. Dieses Jein ist die Antwort auf einen Konflikt zwischen dem Anspruch auf Nachhaltigkeit durch Substitution von Kunststoff auf der einen Seite und der zwingenden Notwendigkeit von Lebensmittelsicherheit und Haltbarkeit auf der anderen Seite. Der Konflikt bezeichnet auch die großen Hürden, denen sich die Papierindustrie gegenübersieht. Wie lässt sich die Nachhaltigkeit des Materials mit dem unverzichtbaren Produktschutz verschmelzen? Wie das Ritter Sport – „Spezialpapier“ genau funktioniert, möchte man beim Unternehmen noch nicht sagen. Es ist aber davon ausgehen, dass vor allem eine aufgebrachte Beschichtung das Papier zum „Spezialpapier“ macht. Aber selbst wenn technische Fragen offenbleiben: Der Test von Ritter Sport ist spannend. Nicht zuletzt, um zu erkunden, wie der Konsument das Ergebnis in der Praxis beurteilt. LINK: Ritter Sport Blog (nur auf Deutsch): https://www.ritter-sport.de/blog/2020/01/23/in-papier-ein-meilenstein/

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Thomas Reiner | 24.03.2020
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