Paperisation schreitet voran: Tequila in einer Papierflasche

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Paperisation schreitet voran: Tequila in einer Papierflasche

Thomas Reiner | 15.07.2022

Das schwedische Spirituosen-Handelsunternehmen AliasSmith bringt als erster Anbieter Tequila in einer Kartonflasche auf den Markt. Die Papierflasche besteht aus 94 Prozent recyceltem Material und spart bei Produktion und Transport nach Unternehmensangaben erhebliche CO2-Emissionen sowie Energie und Wasser. Die Papierflasche ist ein spannender Fall von Paperisation. Der Systemwechsel hin zu Papier zahlt auf Klima, Carbonfootprint und Ressourcenschonung ein. Kreislaufwirtschaft ist nicht das Ende der Fahnenstange. Glas wird es schwer haben. Für die Verpackungsindustrie eröffnen sich gewaltige Chancen.

 

 

Das schwedische Unternehmen AliasSmith AB hat in den letzten 18 Jahren mexikanische Marken in Europa eingeführt und entwickelt. Der Tequila mit dem Namen Buen Vato wird in kleinen Chargen in mexikanischen Amatitán Jalisco produziert und vorerst nur auf dem schwedischen Markt angeboten.

 

Details zur Flasche

  • Die faserbasierte Flasche wird aus zwei Schalen recycelter Pappe zusammengesetzt. Die beiden Schalen umschließen einen lebensmittelechten Kunststoffbeutel (Pouch), der die Flüssigkeit enthält.
  • Für das Innenfutter wird die gleiche Technologie wie bei den bestehenden Bag-in-Box-Formaten verwendet.
  • Der Kunststoffbeutel besteht aus Polypropylen und bietet eine Produkthaltbarkeit von 12 Monaten.

 

Nachhaltigkeitsvorteile

Nach Angaben von Alias Smith summieren sich bei der neuen Papierflasche etliche Umweltvorteile gegenüber der bislang eingesetzten Glasflasche. So erfordern Herstellung und Transport pro Flasche

  • sechsmal weniger Energie,
  • 1,9 Liter weniger Wasser (pro Flasche),
  • 84 Prozent weniger CO2-Emissionen und
  • benötigt mit 15 Gramm nur rund 25 Prozent des Kunststoffs, der für eine entsprechende Weinflasche aus 100 Prozent recyceltem Plastik benötigt wird.

 

Paperisation als Systemwechsel und Chance

Die neue Papierflasche von AliasSmith ist ein spannender Fall von Paperisation. Der Systemwechsel weg von Kunststoff (aber eben auch Glas!) und hin zu Papier bringt eine Reihe von Nachhaltigkeitsvorteilen. Ein reduzierter CO2-Fußabdruck und die Schonung von Ressourcen sind starke Argumente. Für Glas könnte es diesbezüglich sehr schwierig werden.

Denn die Klimaproblematik ist ein starker Treiber. Wer denkt, sich beim Thema Nachhaltigkeit nur auf Kreislaufwirtschaft konzentrieren zu können, denkt zu kurz.

Wie so oft führt der Wandel Chancen im Gepäck. Die weiterhin dynamisch verlaufende Paperisation bietet gewaltige Möglichkeiten für Unternehmen der Verpackungsindustrie. Es lohnt sich, hier die Initiative zu ergreifen.

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