Neuer Bericht offenbart: Coca-Cola und Unilever in den Top-3 der Plastiksünder

Bildquelle: Naja Bertolt Jensen | Unsplash

Neuer Bericht offenbart: Coca-Cola und Unilever in den Top-3 der Plastiksünder

Thomas Reiner | 03.12.2021

Laut dem neustem Bericht der Organisation „Break Free From Plastic“ gehören Coca-Cola und Unilever zu den größten globalen Plastikverschmutzern. Auch Nestlé, Mondelēz, Danone und Mars werden prominent gelistet. Kunststoff ist und bleibt der „böse Bube“. Und ein Ende des „Plastic Bashing“ ist nicht abzusehen – im Gegenteil. Deshalb werden Marken zu immer radikaleren Maßnahmen greifen, um ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Grundsätzlich zeigt sich: Die Richtung stimmt, aber es geht zu langsam voran. Und: Rezyklierbarkeit alleine reicht nicht. Wir brauchen mehr Rezyklateinsatz und Mehrweg.


 

Die Nachhaltigkeitsorganisation Break Free From Plastic (BFFP) hat in ihrem Jahresbericht die zehn Lebensmittel- und Getränkeunternehmen aufgeführt, deren Produkte die meisten Plastikabfälle verursachen. Grundlage des Berichts sind „Markenprüfungen“, für die über 11.000 Freiwilligen in 45 Ländern Kunststoffabfälle gesammelt und ausgewertet haben.

Coca-Cola führt das Ranking der „größten Plastikverschmutzer“ das vierte Jahr in Folge an. Es folgen PepsiCo., Unilever, Nestlé, Mondelēz, Danone und Mars.

 

Das Nachhaltigkeits-Dilemma

Alle in dem Bericht aufgeführten Top-7-Plastiksünder haben Nachhaltigkeitsstrategien erarbeitet und sich zum Erreichen entsprechender Ziele verpflichtet und in diesem Sinne Maßnahmen ergriffen. So will beispielsweise Unilever den Gesamtkunststoffverbrauch bis 2025 um ein Drittel senken. Andere, wie zum Beispiel Coca-Cola und Nestlé, testen alternative Verpackungen oder haben sie bereits für Teile ihres Portfolios eingeführt.

Der BFFP-Bericht legt detailliert dar, dass es einigen Konsumgüterherstellern gelungen ist, ihren Kunststoffverbrauch 2020 „in bescheidenem Maß“ zu reduzieren. Coca-Cola und Mars verzeichnen dagegen einen Anstieg – der vermutlich als „Fluch des Erfolgs“ von mehr verkauften Produkten stammt.

Für Break Free From Plastic liegt das Problem in der Ausgestaltung der Nachhaltigkeitsversprechen der Unternehmen. Genauer: Es fehle eine ganzheitliche Betrachtung der Reduzierung von Kunststoff entlang der gesamten Lieferkette.

 

Spotlight Coca-Cola

Wer unseren Blog verfolgt, weiß, dass Coca-Cola in den letzten Jahren kontinuierlich Nachhaltigkeitsinitiativen ins Leben gerufen hat. Dazu gehören die Umstellung auf Flaschen aus 100 Prozent recycelbarem Kunststoff bis 2025, die Einführung einer PlantBottle, die teilweise aus pflanzenbasiertem Kunststoff besteht oder jüngst ein erstes Mehrweg-to-go Projekt in Schweden. Nicht zufällig wurde der Getränkeriese deshalb im Herbst 2021 in einem Bericht der gemeinnützigen Organisation „As You Sow“ als das Konsumgüterunternehmen mit der höchsten Transparenz- und Recyclingverpflichtung eingestuft.

Trotzdem führt das Unternehmen seit 2018 kontinuierlich das Plastiksünder-Ranking von Break Free From Plastic an. Dem Bericht zufolge wurden im Jahr 2021 bei den „Markenprüfungen“ 19.826 Stück Plastikmüll aus Coca-Cola-Produkten erfasst. Das waren mehr als doppelt so viele wie 2018 und in der Gesamtmüllmenge mehr als der Abfall von PepsiCo und Unilever zusammen.

 

Plastic Bashing: Kein Ende in Sicht

Der jüngste BFFP-Bericht zeigt eindrücklich, dass Kunststoff weiterhin der große böse Bube der Nachhaltigkeitsbewegung ist. Und er zeigt, dass die großen Konsumgüterhersteller trotz aller Bemühungen weiter mit dem Thema kämpfen und zu kämpfen haben.

Dabei wird es auf Sicht bleiben. Das Thema wird nicht verschwinden, sondern im Gegenteil weiter an Fahrt aufnehmen.

 

Die Lösung(en)

Marken werden vor diesem Hintergrund zu immer drastischeren und radikaleren Maßnahmen greifen, um ihre selbstgesteckten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Die Richtung stimmt dabei schon seit einiger Zeit. Die Reduzierung und/oder Substitution von Kunststoff durch andere Materialien hat an Fahrt aufgenommen.

Trotzdem bleibt das Tempo des Wandels insgesamt überschaubar. Die Industrie muss die Geschwindigkeit deutlich erhöhen, um das Problem in den Griff zu bekommen.

Vor allem aber darf der Fokus nicht auf Rezyklierbarkeit beschränkt bleiben. Was wir dagegen brauchen, ist viel mehr Einsatz von Rezyklat und ein starker Ausbau von Mehrweglösungen. Ohne diese Maßnahmen werden die Konsumgüterhersteller ihr Kunststoffproblem nicht in den Griff bekommen.

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