Kreislaufwirtschaft als Rettungsring im Commodity-Markt

 

 

Kreislaufwirtschaft als Rettungsring im Commodity-Markt

Thomas Reiner | 23.03.2021

Unsere jüngste Umfrage unter 270 Führungskräften der Verpackungsindustrie zeigt, dass 3 von 4 Kunststoff-Verpackungshersteller mit Kommodisierung zu kämpfen haben. Mit der steigenden Bedeutung der Circular Economy ergeben sich für diese Unternehmen immense Chancen für Differenzierung und Wachstum. Reaktive Lösungen aus dem operativen Geschäft heraus reichen dafür aber nicht. Es braucht Weitsicht – und schnelles Handeln.


 

Der Markt für Kunststoffverpackungen entwickelt sich zunehmend zum Commodity-Markt. Der wahrgenommene Mehrwert der Produkte unterscheidet sich kaum noch. In der Folge läuft alles auf den Preis hinaus. Unsere jüngste Umfrage unter 270 Führungskräften der Verpackungsindustrie bestätigt diesen Eindruck. 3 von 4 Kunststoff-Verpackungshersteller haben mit der Kommodisierung zu kämpfen.

Gleichzeitig erkennen 79 Prozent das Thema Circular Economy als Chance. Das ist eine gute Nachricht, denn die überragende Bedeutung der Kreislaufwirtschaft für die Branche ist unbestritten. Speziell der steigende Druck von Regulierungen im Rahmen des Green Deal der EU lässt keinen Zweifel daran. Ohne Nachhaltigkeitsstrategie und ein kreislauffähiges Portfolio werden bald keine Geschäfte mehr zu machen sein.

Erstaunlich ist, dass der Erkenntnis bisher kaum Taten gefolgt sind. Ein Großteil der Kunststoffverpackungshersteller haben einen immensen Nachholbedarf in Sachen Kreislaufwirtschaft. Meist wird versucht, aus dem operativen Geschäft heraus reaktiv Lösungen zu finden. Dieser Ansatz ist jedoch wenig erfolgsversprechend. Es braucht weitsichtige und weitreichende Antworten auf der Basis einer validen Nachhaltigkeitsstrategie.
Wer das erkennt, entsprechend handelt und dabei keine Zeit verliert, der hat große Chancen, sich im Markt zu differenzieren und zu wachsen. Der Nachholbedarf in der Branche ist groß – entsprechend groß ist das Stück des Kuchens, dass noch zu haben ist.

B+P Consultants-Umfrage
Die von B+P Consultants in Oktober 2020 durchgeführte Befragung von 270 Führungskräften der Verpackungsindustrie hat den Puls der Kunststoff-Verpackungshersteller gemessen. Zentrale Ergebnisse der Selbsteinschätzung:

Kommodisierung
– 78 % sehen den Kostendruck als größte Herausforderung für das bestehende Geschäft.
– 75 % schauen mit Sorge auf den Wettbewerbsdruck.
– In diesen Zahlen manifestieren sich klassische Symptome von Unternehmen eines Commodity-Marktes. Mehr als Dreiviertel der Unternehmen stecken damit in wachsenden Schwierigkeiten – und darüber hinaus in einer Wachstumsklemme.

Kreislaufwirtschaft
– 79 % sehen in der Circular Economy eine Chance für ihr Unternehmen
– 12 % verfügen über eine entsprechende Strategie, um die Chancen zu nutzen
– Die Kluft zwischen Erkenntnis und Handeln ist erschreckend. So vielversprechend das Wissen um die Chancen ist, so frappierend ist die Lähmung, die viele Unternehmen befallen hat.

Raus aus der Commodity-Klemme
Der disruptive Wandel durch die Circular Economy bietet große Chancen für Differenzierung und Wachstum. Der Nachholbedarf der Branche beim Thema Kreislaufwirtschaft ist enorm. Entsprechend groß sind die Chancen.
Von entscheidender Bedeutung ist, dass die Weichenstellung weitsichtig erfolgt. Es bedarf weitreichender Antworten auf Produktebene. Reaktive Flickschusterei im Rahmend des operativen Geschäfts wird nicht zum Erfolg führen. Und es bedarf einer grundlegenden, validen Nachhaltigkeits-Strategie auf Unternehmensebene.

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