Digital Transformation. So erobert Amazon den Markt für Gesundheit und dessen Verpackungsbereich.

Quelle: PillPack

So erobert Amazon den Markt für Gesundheit und dessen Verpackungsbereich.

 

Thomas Reiner | 29.05.2019

Seit 2016 treibt Jeff Bezos Amazons Expansions-Maschine mit Macht in Richtung des Gesundheitssektors. Die zentralen Elemente der Strategie und eine jüngste Übernahme im B+P-Check.

Amazons Strategie zur Eroberung des Gesundheitsmarktes basiert auf drei zentralen Elementen:

• Datenbasierte medizinische Lösungen

• Anwerbung von Top-Managern aus dem Pharmabereich und

• die Übernahme von Startups aus dem Gesundheitssektor.

Die Aktivitäten von Amazon im Gesundheitssektor haben unter Versicherungsunternehmen, etablierten Einzelhändlern, Zulieferern und Zwischenhändlern bereits seit einiger Zeit für rege Betriebsamkeit gesorgt.

Gerade für Apothekenketten sehen sich vor der Herausforderung, ein Schicksal abzuwenden, wie es vorher bereits beispielsweise Buchhändler und Einzelhändler von Tierbedarf oder Kleidung getroffen hat.

Mit der 1 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Online-Apotheken-Startups PillPack im Juni letzten Jahres ist Amazon nun direkt in das Herz des US-Gesundheitssystems vorgestoßen.

PillPack wurde 2013 gegründet und hat sich auf den Versand vorsortierter Packungen mit einem Monatsvorrat an Pillen für chronisch Kranke spezialisiert – und erzielt damit große Erfolge. Das Kundenfeedback ist nach Unternehmensangaben mehr als dreimal besser, als bei durchschnittlichen Apotheken.

Für Amazon bringt die Übernahme nicht nur den Zugang zu rund 40.000 Patienten und ihren Daten, sondern vor allem auch die Lizenz zum Verkauf von verschreibungspflichtigen Medikamenten in 49 Staaten der USA. Kein Wunder, dass auch dem Supermarktriesen Walmart Interesse an PillPack nachgesagt wurde.

Zahlen:

• Der US-Medikamentenhandel ist Schätzungen zufolge mehr als 400 Milliarden Dollar schwer und macht fast die Hälfte der globalen Umsätze aus.

• In keinem Land wird so viel für Gesundheit ausgegeben, wie in den USA. Die Kosten pro Einwohner sind fast drei Mal so hoch, wie der Durchschnitt in anderen Industrieländern.

• Bis 2025 sollen die Ausgaben rasant weiter steigen und sogar das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts übersteigen.