Das Refill-Modell: Reduziert das Verpackungsaufkommen & erhöht gleichzeitig die Kundenbindung

Bildquelle: „Algramo home delivery“ by Nestlé is licensed under CC BY-NC-ND 2.0

Das Refill-Modell: Reduziert das Verpackungsaufkommen & erhöht gleichzeitig die Kundenbindung

Thomas Reiner | 19.03.2021

In den kontaktlosen Refill-Automaten-Kiosken von Algramo können Verbraucher Grundnahrungsmittel, Hygiene- und Pflegeprodukte grammweise kaufen. Genutzt werden digital aufgerüsteten Mehrwegverpackungen. Das Modell fördert Kreislaufwirtschaft, reduziert das Verpackungsaufkommen und ist ein smartes Marketing-Tool zur langfristigen Kundenbindung.


 

Verbraucher in New York können in Algramos kontaktlosen Automaten-Kiosken Hygiene- und Pflegeprodukte „grammweise“ kaufen. Zum Einsatz kommen dabei spezielle, digital aufgerüstete Mehrwegverpackungen. Jeder der Refill-Container enthält einen Chip, der mit dem Kundenkonto vernetzt ist und alle Käufe registriert. Die Bezahlung erfolgt wahlweise konventionell oder über eine App.
Die Digitalisierung des Modells erlaubt nicht nur eine effiziente Messung und Steuerung der Produktnachfrage und Automatenbefüllung. Es bietet darüber hinaus auch ein smartes Marketing-Tool zur langfristigen Kundenbindung. Algramos Projekt ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Digitalisierung zum Treiber von Kreislaufwirtschaft wird. Neben der Reduzierung des Verpackungsaufkommens bietet es darüber hinaus nachhaltige Vorteile, die auch Antworten auf soziale Fragen liefern können.

Refill und Mehrweg für soziale Nachhaltigkeit
Bereits 2012 startete das Start-up Algramo in seiner Heimat Chile mit kontaktlosen Automaten-Kiosken, in denen Verbraucher Grundnahrungsmittel grammweise kaufen konnten. Mit dem Modell adressierte Algramo die sogenannte „Armutssteuer“, die ökonomisch benachteiligte Verbraucher zwang, auf kleine Produktgrößen zurückzugreifen, weil das Geld im Portemonnaie nicht für Bulk- und Großpackungen reichte. Durch höhere Aufwände bei Logistik und Verpackung zahlte der arme Teil der Bevölkerung so bis zu 40 Prozent mehr für die gleiche Ware.
Algramos Verkaufsautomaten konterten diesen Nachteil. Verbraucher konnten nun ohne die sonst üblichen Mehrkosten so viel bzw. wenig von Waren des täglichen Bedarfs kaufen, wie sie benötigten – von Reis bis hin zu Waschmitteln. Mittlerweile ist Algramo nach eigenen Angaben in über 2.000 Familiengeschäften vertreten und erreicht so über 325.000 Endkunden in Santiago de Chile.

Refill und Mehrweg: Digitales Tool für Marketing und Kreislaufwirtschaft
Jetzt rollt Algramo sein Modell über Pilotprojekte mit Nachfüllautomaten auch in New York City aus. Passend zur aktuellen Pandemie bietet das Unternehmen in seinen kontaktlosen Automaten-Kiosken Hygiene- und Pflegeprodukte von Colgate Palmolive, Clorox und EcoLogicSolutions an. Aber auch wenn die Zielgruppe eine andere ist: Die finanziellen und ökologischen Vorteile sind die gleichen.

Algramo zeigt, wie man die Etablierung der Kreislaufwirtschaft vorantreiben und das Verpackungsaufkommen reduzieren, gleichzeitig Kostenvorteilen für Verbraucher schaffen und sogar soziale Fragen adressieren kann. Nicht zuletzt entsteht mit der digital aufgerüsteten Mehrweg-Refill-Verpackung ein smartes Marketing-Tool, das individuelle Daten schöpft und neue Möglichkeiten zur langfristigen Kundenbindung entstehen lässt.

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