Coop setzt bei Eigenmarken auf einen Eco-Score.

Image source: Unsplash/ Beelong.ch

Coop setzt bei Eigenmarken auf einen Eco-Score.

Thomas Reiner | 25.01.2023

Die Schweizer Einzelhandelskette Coop kennzeichnet ihre Lebensmittel-Eigenmarken seit Ende 2022 mit einem Eco-Score. Der Score ist einfach zu erfassen und gibt auf einer Scala von A+ bis E- Auskunft über eine Reihe von Umweltfaktoren. Dabei schließt er auch die Verpackung mit ein. Transparenz in Bezug auf Nachhaltigkeit und Ökologie wird für Werbung und Marketing immer wichtiger. Denn eine steigende Zahl von Konsumenten will nachhaltig kaufen – und braucht dafür Unterstützung. Wenn die Big Player des Handels mit der Einführung von Scores anfangen, dann bekommen wir einen Breiteneffekt mit großer Dynamik. Gut so. Denn Verbraucherorientierung ist zentral.

 

 

Coop lässt den Eco-Score von dem in Lausanne ansässigen Unternehmen Beelong ermitteln. Beelong ist auch für die Kontrolle und Aktualisierung der Qualität, der Methodik und der Bewertung von Informationen zuständig.

 

Publikation in zwei Schritten

Anfangs nur über die Onlineplattform von COOP einsehbar, wird der Score nun Schritt für Schritt auch auf Verpackungen abgebildet. Aktuell sind online über 2.000 Eigenmarkenprodukte mit gekennzeichnet. Das Ziel von Coop ist, in den kommenden Jahren alle Eigenmarken im Bereich Lebensmittel zu bewerten und zu kennzeichnen.

 

Der Eco-Score

  • Die Skala des Scores reicht von A+ für die geringsten Umweltauswirkungen bis E- für die größten Umweltauswirkungen.
  • Die Bewertung basiert nach Auskunft von Coop auf den wissenschaftlichen Daten und auf den Informationen, die über das jeweilige Lebensmittel verfügbar sind.
  • Auch die Daten der Verpackung fließen in den Score mit ein.
  • Zu den wichtigsten Produktauswirkungen auf die Umwelt zählt der von Coop verwendete Score unter anderem
    • den CO2-Fussabdruck,
    • den Wasserverbrauch,
    • die Bodennutzung,
    • die Verpackung,
  • Weitere Parameter fließen in den Score ein, wenn sie für ein Produkt vorliegen. Dazu gehören
    • Eventuell bereits vorhandenen Umwelt-Labels,
    • die Herkunft der Zutaten,
    • die zurückgelegten Entfernungen und
    • die Transportarten.

 

Ein Score für alles

Coop legt den Eco-Score auf identische Weise auf sämtliche Produkte an und bewertet immer mit der gleichen Skala. Die Produktkategorie spielt dabei absichtlich keine Rolle. Dieses Vorgehen soll sowohl den Vergleich ähnlicher Produkte untereinander als auch Produkte unterschiedlicher Kategorien ermöglichen.

 

Das Marketing treibt.

Die Leiterin der Direktion Marketing / Beschaffung von Coop sieht in dem Score eine ökologische Bewertung, die als unkomplizierte Hilfestellung und Orientierung beim Einkauf dienen soll. Im Zentrum stehe die transparente und umfassende Information über die Umweltauswirkungen eines Lebensmittels. Und die Erkenntnis, dass sich Öko-Themen gut kommunizieren lassen.

 

Verbraucherorientierung

Coop trifft mit seiner Aktion einen Nerv, denn immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten wollen nachhaltiger leben und handeln. Das Einkaufen nimmt dabei eine herausgehobene Stellung ein. Händler, die über einen transparenten und einfach zu handhabenden Score in dieser Beziehung Mehrwert bieten können, sammeln wichtige Argumente.

 

Die Verpackung ist relevant.

Dass die Verpackung in den Score einfließt, ist logisch und ohne Alternative. Denn sie ist kein solitäres Thema, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil des Produkts – mit Relevanz auch für den Öko-Fußabdruck. So steht die Verpackung beispielsweise im Hinblick auf CO2 für einen Emissionsanteil von 6 bis 30 Prozent.

 

Große Dynamik

Wenn der Handel in die Kennzeichnung seiner Produkte mit einem Eco-Score einsteigt, dann ist das mehr als ein Ausrufezeichen. Aktionen wie jene von Coop erzielen einen Breiteneffekt und führen zu einer dynamischen Entwicklung. Ein Eco-Score für Produkte wird Normalität werden. Die Verpackungsindustrie sollte darauf vorbereitet sein.

 

 

 

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