Digital Transformation. Alibaba verbindet mit Hema on- und offline auf neue Weise.

Quelle: www.alibabagroup.com

Digital Transformation. Alibaba verbindet mit Hema on- und offline auf neue Weise.

 

Thomas Reiner | 22.07.2019

Eine Symbiose von Online und Offline will Alibaba mit seinem Supermarktkonzept Hema schaffen. Dort, wo sonst die typischen Painpoints beim Einkaufen die Konsumenten frustrieren, soll jetzt unverkrampftes Vergnügen herrschen. Alibaba ist zuversichtlich und hat mit Hema große Pläne.

In China werden noch immer 80% der Einzelhandelsumsätze im stationären Handel erwirtschaftet – trotz der weltweit höchsten E-Commerce-Nutzung durch chinesische Konsumenten. Alibaba-Chef Jack Ma will deshalb das Beste aus beiden Welten. Einzelhandel ist für ihn Frage von on- oder offline, sondern von der optimalen Symbiose.

Zu den Hauptangriffspunkten des Hema-Supermarktkonzepts zählen drei Painpoints, die Konsumenten beim üblichen Einkauf frustrieren:

  1. Das richtige bzw. gewünschte Produkt finden.
    Im Hema-Supermarkt können Kunden jeden Artikel mit dem Smartphone scannen und Detailinformationen abrufen. Dazu gehören auch ergänzende oder verwandte Produktempfehlungen. Beim nächsten Besuch des Supermarkts erhält der Kunde neue Empfehlungen aufgrund seiner Käufe und Infoabrufe in der Vergangenheit. Wer z.B. den fangfrischen Fisch lieber verzehrfertig als im Naturzustand geliefert bekommt, lässt ihn sich im Markt von einem Koch zubereiten.
  2. Zum Bezahlen in der Schlange stehen.
    Wenn der Einkauf abgeschlossen ist, scannen die Kunden ihren Warenkorb am Checkout Terminal und bezahlen mit der Alibaba eigenen Alipay-App, die den Vorgang via Gesichtserkennung prüft und freigibt. Eine weitere Möglichkeit: Kunden können ihre Einkäufe online bestellen und an der Abholstation entgegennehmen.
  3. Produkte nach Haus schleppen.
    Hema bietet rund um die Uhr einen Lieferservice. Wer im Umkreis von drei Kilometern eines Hema wohnt, bekommt seine Online-Bestellung rund um die Uhr innerhalb von 30 Minuten geliefert.

Der erste Hema ging 2016 an den Start. Aktuell eröffnet durchschnittlich alle 6 Tage ein neuer Markt.

Digital Transformation. Key-Findings der ersten E-PACK-Konferenz in Europa. Herausforderungen und Lösungen im Bereich E-Commerce-Verpackung.

Quelle: Smithers Pira

Key-Findings der ersten E-PACK-Konferenz in Europa.

Herausforderungen und Lösungen im Bereich E-Commerce-Verpackung.

Thomas Reiner | 11.07.2019

Der E-Commerce-Versand steigt stetig. Alleine zwischen 2014 und 2016 wurde weltweit eine Zunahme von 33 % verzeichnet. Dieser Vertriebskanal entwickelt sich schnell von einer Nischen- zu einer Volumenanwendung.

Nach der erfolgreichen Einführung von E-PACK in den USA folgte 2019 die erste Ausgabe in Europa. Als erste branchenübergreifende europäische Konferenz zum Thema E-Commerce fokussierte die Veranstaltung

  • innovative und insbesondere nachhaltige Verpackungslösungen
  • Fallstudien führender Marken und Einzelhändler sowie
  • technische Herausforderungen in Bezug auf funktionales Design und Schutz von E-Commerce-Verpackungen.

Die fünf B+P Key-Findings der E-PACK 2019:

1. Oberstes Gebot ist der Produktschutz
Die Erfahrungen belegen, dass der größte Teil des Schadens an einem Produkt oder seiner Verpackung auf der „letzten Meile“ des E-Commerce entsteht. Dies ist nicht verwunderlich, dass die Anzahl der Berührungspunkte drei bis viermal so hoch sind, wie im traditionellen Einzelhandel (20 oder mehr Berührungspunkte beim E-Commerce; 5 bis 7 im traditionellen Einzelhandel).

2.  Herausforderung für Markeninhaber bei der Anpassung an den Onlinehandel
Die Anpassung an den Onlinehandel stellt Markeninhaber vor große Herausforderungen. Zur Bewältigung muss ein Umdenken stattfinden in Bezug auf das, was tatsächlich online funktioniert und darauf, wie ein Produkt erfolgreich verkauft werden kann.
Aktuell orientieren sich die Markeninhaber an den großen E-Commerce-Retailern, um zu sehen, welche Lösungen dort erarbeitet und umgesetzt werden. Ein wichtiger Grund, warum die Herausforderungen von Seiten der Brand-Owner nicht aktiver angegangen werden, ist fehlende Unterstützung. Die anwesenden Markenartikler beklagten, dass Ihre Verpackungslieferanten zu wenig E-Commerce-Kompetenz besitzen und keine ausreichende Unterstützung leisten.
Ein herausragendes Positiv-Beispiel zeigte die Zusammenarbeit von Alibaba und Snickers. Hier wurde ein neuer, würziger Snickers-Riegel speziell für den chinesischen Markt entwickelt. Der neue Riegel war ausschließlich online erhältlich.

3. Bedeutung und Optionen für Omnichannel
In der Vergangenheit waren Einzelhändler entweder Bricks & Mortar oder Versandhandel, aber mit dem Aufkommen des E-Commerce verschwimmen diese Grenzen zunehmend. Heute muss dem Kunden jede Option offen gehalten werden. Dadurch ergibt sich zunehmend die Suche nach geeigneten Lösungen. Entweder nach einem System für alle Vertriebskanäle oder unterschiedliche Produkt- und Verpackungslinien für jeden einzelnen Kanal.

4. Mehrwegverpackungen auf dem Vormarsch
RePack stellt ein eindrucksvolles System vor, das Kunden und Onlinehändler zu einem Mehrwegkreislauf zusammen bringt. Nach Erhalt der bestellten Ware können Kunden die leere RePack-Verpackung ganz einfach auf Briefformat zusammenfalten und kostenfrei über jeden Briefkasten dieser Welt in den Kreislauf zurückführen.

5. Alte Designs stören Nachhaltigkeit
Als Gegenteil zu den Nachhaltigkeitswünsche der Konsumenten fällt ausgerechnet eine Verpackungsart auf, die in den 1960er Jahren zum Standard wurde und bis heute dominiert: Die klassische Schachtel aus Wellpappe. In Zeiten von Nachhaltigkeitswünschen im E-Commerce fällt nun vor allem die Masse an Leerraum auf, die in den Wellpappeboxen transportiert wird. Weil aber Nachhaltigkeit notwendigerweise die gesamte Lieferkette betrifft, wird das zunehmend zum Störfaktor.

Und sonst noch
Darüber hinaus ging es auf der E-PACK um eine große Bandbreite an Themen – von der Schaffung einer wirkungsvollen Unboxing-Erfahrung bis hin zu Algorithmen und künstlicher Intelligenz zur Bewältigung der Komplexität innerhalb komplizierter Lieferketten.

Digital Transformation. So erobert Amazon den Markt für Gesundheit und dessen Verpackungsbereich.

Quelle: PillPack

So erobert Amazon den Markt für Gesundheit und dessen Verpackungsbereich.

 

Thomas Reiner | 29.05.2019

Seit 2016 treibt Jeff Bezos Amazons Expansions-Maschine mit Macht in Richtung des Gesundheitssektors. Die zentralen Elemente der Strategie und eine jüngste Übernahme im B+P-Check.

Amazons Strategie zur Eroberung des Gesundheitsmarktes basiert auf drei zentralen Elementen:

• Datenbasierte medizinische Lösungen

• Anwerbung von Top-Managern aus dem Pharmabereich und

• die Übernahme von Startups aus dem Gesundheitssektor.

Die Aktivitäten von Amazon im Gesundheitssektor haben unter Versicherungsunternehmen, etablierten Einzelhändlern, Zulieferern und Zwischenhändlern bereits seit einiger Zeit für rege Betriebsamkeit gesorgt.

Gerade für Apothekenketten sehen sich vor der Herausforderung, ein Schicksal abzuwenden, wie es vorher bereits beispielsweise Buchhändler und Einzelhändler von Tierbedarf oder Kleidung getroffen hat.

Mit der 1 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Online-Apotheken-Startups PillPack im Juni letzten Jahres ist Amazon nun direkt in das Herz des US-Gesundheitssystems vorgestoßen.

PillPack wurde 2013 gegründet und hat sich auf den Versand vorsortierter Packungen mit einem Monatsvorrat an Pillen für chronisch Kranke spezialisiert – und erzielt damit große Erfolge. Das Kundenfeedback ist nach Unternehmensangaben mehr als dreimal besser, als bei durchschnittlichen Apotheken.

Für Amazon bringt die Übernahme nicht nur den Zugang zu rund 40.000 Patienten und ihren Daten, sondern vor allem auch die Lizenz zum Verkauf von verschreibungspflichtigen Medikamenten in 49 Staaten der USA. Kein Wunder, dass auch dem Supermarktriesen Walmart Interesse an PillPack nachgesagt wurde.

Zahlen:

• Der US-Medikamentenhandel ist Schätzungen zufolge mehr als 400 Milliarden Dollar schwer und macht fast die Hälfte der globalen Umsätze aus.

• In keinem Land wird so viel für Gesundheit ausgegeben, wie in den USA. Die Kosten pro Einwohner sind fast drei Mal so hoch, wie der Durchschnitt in anderen Industrieländern.

• Bis 2025 sollen die Ausgaben rasant weiter steigen und sogar das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts übersteigen.

Digital Transformation. Plattform-Ökonomie erschließt Altpapier-Markt über Online-Börse.

Plattform-Ökonomie erschließt Altpapier-Markt über Online-Börse.

 

Thomas Reiner | 08.05.2019

Die Plattform-Ökonomie macht als ein zentrales Element der Digitalisierung Märkte transparent und bringt Angebot und Nachfrage in für beide Seiten effiziente und bequeme Weise zusammen.
Online-Börsen sind ein Ausdruck dieser disruptiven Entwicklung, die Zug um Zug Märkte erobert.

Eines der jüngsten Beispiele ist der Markt für Altpapier. Hier wird ein Joint-Venture für Bewegung sorgen, das am 25. Januar bei der EU-Wettbewerbsbehörde angemeldet wurde.

Hinter der Online-Börse für Altpapier stecken zwei Branchen-Schwergewichte.

• Zum einen die Weig-Gruppe als einer der führenden europäischen Hersteller von Recycling-Karton (und Verpackungen). Sie beteiligt sich über ihre Tochter, dem Altpapiervermarkter und -entsorger Nord-Westdeutsche Papierrohstoff GmbH & Co. KG (NWD) mit 49 Prozent.
• Der zweite Partner ist Greencycle, eine Tochter der Schwarz-Gruppe, der u.a. der Discount-Riese Lidl und Kaufland gehören. Greencycle wird 51 Prozent des Joint-Ventures halten.

Ziel des Joint-Ventures ist es nach Unternehmensangaben, die Aktivitäten im Bereich Recycling effektiver zu gestalten und den Handel mit dem Rohstoff Papier weiterzuentwickeln. Es gebe keine Absichten, bestimmte Unternehmensbereiche der beiden Gruppen zu verschmelzen.

Die Verpackungsbranche wird den Schritt mit Spannung verfolgen.

Zahlen:
Nach Angaben der Fachpublikation „Euwid Recycling“ bewegt NWD jährlich rund 900.000 Tonnen Altpapier aus Gewerbe, Industrie, Kommunen und Dualen Systemen.
Die für Recycling und Entsorgung zuständige Schwarz-Tochter Greencycle steht nach früheren Angaben für die Verwertung von jährlich über 500.000 Tonnen Altpapier.