Kreislauffähigkeit per Knopfdruck bestimmen? Henkel stellt Bewertungs-Tool vor.

Quelle: Henkel

Kreislauffähigkeit per Knopfdruck bestimmen?

Henkel stellt Bewertungs-Tool vor.

Thomas Reiner | 11.10.2019

Weltweit sucht die Industrie händeringend nach Orientierung beim Design und der Produktion von nachhaltigen Verpackungslösungen. Der Konsumgüterriese Henkel hat nun ein öffentliches Software-Tool zur Bewertung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen vorgestellt. Der besondere Anspruch der Lösung: Jeder soll sie nutzen können. Das „Instant-Tool“ ist ein mutiger Schritt in die richtige Richtung – auch wenn es aktuell noch nicht zur Gänze leisten kann, was es leisten müsste.
Henkel ist in der Konsumgüterindustrie mit weltweiten Marken und Techniken in den drei Geschäftsfeldern Laundry & Home Care, Beauty Care und Adhesive Technologies tätig. Im Unternehmen hat man erkannt, dass der Übergang zur Kreislaufwirtschaft nur gelingen kann, wenn alle Beteiligten der Wertschöpfungskette zusammenarbeiten – und zwar mit klaren Definitionen auf Grundlage einheitlicher Bewertungen.
Das neue, öffentliche und frei zugängliche EasyD4R-Tool soll hierfür die Grundlagen schaffen und eine schnelle und zuverlässige Überprüfung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen bereits während der Produktentwicklung ermöglichen.

Um die „Kreislauffähigkeit per Knopfdruck“ bestimmen zu können, bewertet die Software die Recyclingfähigkeit von Verpackungen anhand ihrer Zusammensetzung und der einzelnen Gewichtsanteile der jeweiligen Bestandteile, wie zum Beispiel Grundmaterialien, Verschlusssysteme, Etiketten oder Farben. Für alle Bestandteile ist die jeweilige Eignung für die Sortier- und Recyclingprozesse hinterlegt.
Das Tool zeigt auf dieser Basis ein klares Ergebnis in Form einer Ampelbewertung (rot, gelb, grün). Nutzer bekommen angezeigt, welches Design zu welchem Prozentsatz recyclingfähig ist und wo Verbesserungspotenziale bestehen.

Der Schritt von Henkel ist mutig und geht absolut in die richtige Richtung. Allerdings ist es im Grunde noch zu früh für eine solche Lösung, da für die benötigten Kriterien die Vielzahl an Materialien, Materialkombinationen und Anwendungsbereiche noch längst nicht vollständig ausformuliert sind.

Trotzdem – oder gerade deshalb – gilt es zum jetzigen Zeitpunkt pragmatisch vorzugehen. Vom Materialhersteller bis hin zum Markenartikler und dem Handel sucht die komplette Industrie händeringend nach Orientierung und einer verlässlichen Guideline. Gerade, wer mehr als nur eine Handvoll Produkte nachhaltig verpacken will, benötigt ein universelles Tool, das kostspielige und aufwändige Einzelanfragen bei spezialisierten Instituten ersetzen kann.

Viele Unternehmen handeln im Bereich Nachhaltigkeit und Digitalisierung noch viel zu zögerlich und unentschlossen. Wahre Nachhaltigkeit beginnt in der DNA eines Unternehmens, welche sich von innen nach außen zuversichtlich entfaltet.

Bei B+P betrachten wir es als unsere Mission, Unternehmen dabei zu unterstützen, sich für die Kreislaufwirtschaft fit zu machen, insbesondere in Bezug auf ihre Prozesse und Kommunikation sowie ihre Verpackung. Nachhaltigkeit ist unsere Leidenschaft. Wir würden gerne auf Ihren Ideen aufbauen. Wir freuen uns von Ihnen zu hören.

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Digital Transformation. On-pack AR auf ecorefill-Verpackungen von Unilever

Quelle: Unilever – Cif

On-pack AR auf ecorefill-Verpackungen von Unilever

Thomas Reiner | 05.09.2019

Unilever setzt bei seiner neuen ecorefill-Nachfüllpackung für den Haushaltsreiniger Cif auf Augmented Reality (AR). Die Maßnahme ist Teil von Unilevers Strategie, neue Angebote für vernetzte always-on Verpackungen zu entwickeln. AR ist ein Schlüsselelement dieser Strategie.

Unilever will Verpackung konsequent als always-on Medienkanal nutzen, um Konsumenten am Ort der Produktverwendung anzusprechen und zu aktivieren. Augmented Reality soll dabei Teil der integrierten Marketingaktivitäten sein und keine einmalige Inselaktivität.

Über die Nutzung der von AR will man sicherstellen, dass die angebotenen Inhalte und Informationen jederzeit relevant und hochattraktiv sind. Um das zu erreichen, müsse AR sich positiv in das Kundenerlebnis fügen und tatsächlichen Mehrwert zu liefern.

Unilever launcht sein on-pack AR auf der ecorefill-Verpackung für das Reinigungsmittel Cif Die Nachfüllpackung ist nach Unternehmensangaben eine Innovation im Segment Haushaltsmittel. Konsumenten können ihre bereits genutzten Sprühflaschen mit einem „ecorefill“ wieder auffüllen.

Das Augmented Reality-Angebot bietet eine Anleitung zum Nachfüllprozess und zum vollständigen Recycling der Nachfüllpackung, zur Zweitnutzung für nicht mehr benötigte Sprühflaschen und einige, zum Zeitpunkt der Meldung noch nicht enthüllte „Überraschungen“.

Fünf Schlüssel-Kontexte wurden für den Einsatz von Augmented Reality on-pack identifiziert:

  1. Vermittlung von Transparenz und Botschaften zu Nachhaltigkeit und Recycling
  2. Storytelling
  3. Demonstrationen der praktischen Anwendung des Produkts
  4. Promotions und Spiele
  5. Social Sharing Aktivitäten wie beispielsweise face filters.

Für das eigene Unternehmen verspricht man sich über den Einsatz von Augmente Reality auf der Verpackung eine höhere Bedeutung und Wertigkeit der Marke für den Konsumenten. Außerdem lerne man eine Menge über das Konsumentenerlebnis der eigenen Marke. Diese Learnings könne man gut zur weiteren Optimierung des Erlebnisses einsetzen.

Ein weiterer Pluspunkt sei, dass man Kunden mehr Shopping-Optionen anbieten könne. Beispielsweise über angebundene eCommerce-Seiten – vorausgesetzt, AR wird im Rahmen eines integrierten und vernetzten Verpackungsprogrammes eingesetzt.

Für die Zukunft erwartet man bei Unilever, die Konsumenten mit Hilfe von Verpackungs-Plattformen mit personalisierten und dynamischen Inhalten versorgen zu können.

Wenn es um die Verpackung als Media-Plattform und das Internet of Packaging (IoP) geht, freuen wir uns sehr auf ein Gespräch mit Ihnen und bauen gerne auf Ihre Ideen. Wir freuen uns von Ihnen zu hören.

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Digital Transformation. Internet of Packaging: Seafood-Produzent bietet Konsumenten 100% Transparenz.

Internet of Packaging:

Seafood-Produzent bietet Konsumenten 100% Transparenz.

Thomas Reiner | 08.08.2019

Der weltweit größte Lachs-Farmer MOWI aus Norwegen versucht sich über eine Partnerschaft mit der Plattform EVRYTHNG an der totalen Transparenz gegenüber Konsumenten. Das Projekt “Lachs mit 100% Transparenz” ist ein Beispiel für die Möglichkeiten des Internet of Packaging (IoP), das die „eine durchsuchbare Quelle von Wahrheit“ erst möglich macht.

Die „erste End-to-End-Plattform für die Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln in der Sea-Food-Industrie“ startet MOWI mit Hilfe seines Partners EVRYTHNG. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als markführende Internet-of-things- und Software-as-a-service-Plattform für Consumer Products.

Für Mowis “Lachs mit 100% Transparenz” wird EVRYTHNG Daten der verschiedenen Produktions- und Supply-Chain-Systeme sammeln und harmonisieren. Sie bilden den gesamten Lebenszyklus des Fisches ab. Zu den Daten gehören beispielsweise:

  • Wann der Lachs geschlüpft ist.
  • In welcher Frischwasserstation der Lachs heranwuchs.
  • Welches Futter er bekommen hat.
  • Wann und wo er geerntet wurde.
  • Welches Alter, welche Größe und welches Gewicht der Lachs hatte.
  • Wie er zur Verarbeitung weiter transportiert wurde.

Die Daten werden nach Chargen gruppiert, was eine detailreiche Rückverfolgung durch die gesamte Wertschöpfungskette und entsprechende Qualitätskontrollen möglich macht.

Konsumenten können die Informationen über das Scannen eines QR-Codes auf der Lachsverpackung abrufen.

Für MOWI bringt das System wertvolle Consumer-Insights. Das Unternehmen erfährt über die anonymisierten Abrufinformationen, die EVRYTHNG bereitstellt, wie viele Konsumenten sich wann für welche Aspekte interessieren.

Das so erworbene Wissen über das Verhalten und Bedürfnisse der Kunden kann das Unternehmen in seine zukünftigen Marketingprogramme einfließen lassen. Darüber hinaus soll die Maßnahme das Verbrauchervertrauen in MOWI stärken und nicht zuletzt auf das Image der Marke einzahlen.

Video auf EVERYTHING: Case Study: MOWI Seafood Transparency

Digital Transformation. Alibaba verbindet mit Hema on- und offline auf neue Weise.

Quelle: www.alibabagroup.com

Digital Transformation. Alibaba verbindet mit Hema on- und offline auf neue Weise.

 

Thomas Reiner | 22.07.2019

Eine Symbiose von Online und Offline will Alibaba mit seinem Supermarktkonzept Hema schaffen. Dort, wo sonst die typischen Painpoints beim Einkaufen die Konsumenten frustrieren, soll jetzt unverkrampftes Vergnügen herrschen. Alibaba ist zuversichtlich und hat mit Hema große Pläne.

In China werden noch immer 80% der Einzelhandelsumsätze im stationären Handel erwirtschaftet – trotz der weltweit höchsten E-Commerce-Nutzung durch chinesische Konsumenten. Alibaba-Chef Jack Ma will deshalb das Beste aus beiden Welten. Einzelhandel ist für ihn Frage von on- oder offline, sondern von der optimalen Symbiose.

Zu den Hauptangriffspunkten des Hema-Supermarktkonzepts zählen drei Painpoints, die Konsumenten beim üblichen Einkauf frustrieren:

  1. Das richtige bzw. gewünschte Produkt finden.
    Im Hema-Supermarkt können Kunden jeden Artikel mit dem Smartphone scannen und Detailinformationen abrufen. Dazu gehören auch ergänzende oder verwandte Produktempfehlungen. Beim nächsten Besuch des Supermarkts erhält der Kunde neue Empfehlungen aufgrund seiner Käufe und Infoabrufe in der Vergangenheit. Wer z.B. den fangfrischen Fisch lieber verzehrfertig als im Naturzustand geliefert bekommt, lässt ihn sich im Markt von einem Koch zubereiten.
  2. Zum Bezahlen in der Schlange stehen.
    Wenn der Einkauf abgeschlossen ist, scannen die Kunden ihren Warenkorb am Checkout Terminal und bezahlen mit der Alibaba eigenen Alipay-App, die den Vorgang via Gesichtserkennung prüft und freigibt. Eine weitere Möglichkeit: Kunden können ihre Einkäufe online bestellen und an der Abholstation entgegennehmen.
  3. Produkte nach Haus schleppen.
    Hema bietet rund um die Uhr einen Lieferservice. Wer im Umkreis von drei Kilometern eines Hema wohnt, bekommt seine Online-Bestellung rund um die Uhr innerhalb von 30 Minuten geliefert.

Der erste Hema ging 2016 an den Start. Aktuell eröffnet durchschnittlich alle 6 Tage ein neuer Markt.