Ritter Sport bringt Schokoladenverpackung aus Papier in den Handel

 

 

Ritter Sport bringt Schokoladenverpackung aus Papier in den Handel

Thomas Reiner | 04.12.2020

Nach der Erprobung des Prototyps im Februar 2020 geht Ritter Sport einen weiteren Schritt hin zur papierbasierten Primärverpackung. Auch wenn es sich eher um homöopathische Mengen handelt, sendet die Aktion doch ein aufmerksamkeitsstarkes Zeichen, indem sie das öffentliche Verständnis von Nachhaltigkeit perfekt bedient.

 


 

Das Thema „Papier ersetzt Kunststoff“ geht in die nächste Runde. Ritter Sport bringt in Österreich eine in Papier verpackte Limited Edition in die Regale. Partner der Aktion ist der Supermarktkette Billa. Nach der Erprobung des Prototyps im Februar 2020 geht das Unternehmen damit einen weiteren Schritt hin zur papierbasierten Primärverpackung. Auch wenn es sich eher um homöopathische Mengen handelt, sendet die Aktion doch ein aufmerksamkeitsstarkes Zeichen, indem sie das öffentliche Verständnis von Nachhaltigkeit perfekt bedient.

Im Februar 2020 hatten wir im Game-Changer-Blog über die ersten Feldversuche von Ritter Sport mit einer papierbasierten Verpackung für Schokoladentafeln berichtet. Ein halbes Jahr später findet das Produkt den Weg die Regale, wenn auch vorerst nur als Limited Edition.

Das im Frühjahr gewonnene Know-how konnte Ritter Sport in die aktuelle Sonderedition einfließen lassen. So ist gegenüber dem Februar-Prototyp die Grammatur etwas stärker und dadurch robuster geworden.

Ziel dieses zweiten Schritts von Ritter Sport auf dem Weg zur papierbasierten Primärverpackung ist es, größere Stückzahlen in der Praxis zu testen, um die Sicherheit und Praktikabilität der Lösung für die typischen Wege von der Produktion bis hin zum Endverbraucher überprüfen zu können.

Passend zur Zielsetzung und der Zielgruppe hat Ritter Sport sich bei der Sorte seiner Limited Edition für eine Vollmilchschokolade mit Hanfsamen namens „Schoko & Gras“ entschieden. Auch das ist ein kluger Schachzug, denn so werden Verpackung und Produkt zu einem gemeinsamen, perfekt Fit. Ritter Sport kann Verbraucher mit starkem Fokus auf Nachhaltigkeit mit der Aktion effizient und glaubwürdig ansprechen. Die erwartete Akzeptanz und der entsprechende Verkauf sorgen gleichzeitig dafür, dass das Experiment in Bezug auf die Supply Chain valide Daten generiert.

Ohne Frage sind die jetzt Verkehr gebrachten Mengen der Sonderedition eher homöopathisch. Die Sonderedition ist auf 35.000 Stück begrenzt. Aber um Quantität geht in diesem Fall nicht.

Es geht um die Qualität der Daten und praktischen Erfahrungen, die Ritter Sport mit der Aktion gewinnt. Und es geht um die Qualität der Message, denn die papierbasierte Substitution von Kunststoff bedient das öffentliche Verständnis von Nachhaltigkeit perfekt.

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Papier sichert Pole-Position: Coca-Cola enthüllt nun ersten Prototyp für Papierflaschen

 

 

Papier sichert Pole-Position: Coca-Cola enthüllt nun ersten Prototyp für Papierflaschen

Thomas Reiner | 30.11.2020

Auch wenn die Lösung noch nicht final ist, so zeigt sie doch, wie attraktiv Papier bei der Substitution von Kunststoff weiterhin ist. Denn solange es die Kunststoffkreisläufe nicht geschlossen werden und rund um die Kreislauffähigkeit von Kunststoff noch ungelöste Fragen dominieren, wird die Suche nach alternativen Lösungen weitergehen. Und Papier ist dabei in einer Pole-Position.

 


 

Coca-Cola hat in Zusammenarbeit mit Paboco einen Prototyp für eine „Papierflasche der ersten Generation“ vorgestellt. Noch kommt die Flasche nicht ohne eine Kunststoffauskleidung und einen Verschluss aus Kunststoff aus, sie ist aber schon zu 100 Prozent recycelbar. Auch wenn die Lösung noch nicht final ist, so zeigt sie doch, wie attraktiv Papier bei der Substitution von Kunststoff weiterhin ist. Ein Ende ist nicht abzusehen – bis der Kunststoffkreislauf geschlossen ist.

Für sein Papierflaschenprojekt hat sich Coca-Cola mit dem dänischen Unternehmen Paboco zusammengetan, das sich selbst als „The Paper Bottle Company“ bezeichnet. Der jetzt vorgestellte Prototyp ist nach Aussage von Coca-Cola nur ein Zwischenschritt auf dem Weg, eine Getränkeflasche aus 100 Prozent Papier zu entwickeln, die im Altpapierkreislauf entsorgt und wiederverwendet werden kann.

Das Unternehmen zeigt sich grundsätzlich von Papier als Packstoff für Getränkeflaschen überzeugt und geht davon aus, dass es in der Zukunft eine Rolle spielen wird.

Diese Einschätzung spiegelt die im Rahmen der Kunststoffdebatte gestiegenen und weiter steigenden Bedeutung von Papier eindrücklich wieder. Und sie ist nur logisch. Denn solange es die Kunststoffkreisläufe nicht geschlossen werden und rund um die Kreislauffähigkeit von Kunststoff noch ungelöste Fragen dominieren, wird die Suche nach alternativen Lösungen weitergehen. Und Papier ist dabei in einer Pole-Position.

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Der größte Pain Point der Verpackungsbranche beim Thema Circular Economy: Unsicherheit zu gesetzlichen Regulierungen

Bildquelle: Bill Oxford

 

Der größte Pain Point der Verpackungsbranche beim Thema Circular Economy: Unsicherheit zu gesetzlichen Regulierungen

Thomas Reiner | 23.11.2020

Eine neue Studie der B+P Consultants identifiziert den größten Circular Economy Pain Point der Branche als die Unsicherheit zu gesetzlichen Regulierungen. Solange Kreisläufe nicht geschlossen werden, wird der steigende Druck durch Sachzwänge und öffentlicher Meinung dafür sorgen, dass die Regulierungen immer schneller, härter und unkoordinierter erfolgen.

 


 

Eine im Oktober 2020 von B+P Consultants durchgeführte Befragung von 270 Führungskräften der Verpackungsindustrie identifiziert den größten Pain Point der Verpackungsindustrie beim Thema Kreislaufwirtschaft: Es ist der Flickenteppich gesetzlicher Regulierungen und die daraus resultierende Unsicherheit. Die Schmerzen sind nicht nur bei der Materialfraktion Kunststoff groß. Auch die anderen Materialfraktionen leiden. Solange die Industrie keine einheitliche und konsolidierte Position einnimmt, wird der Schmerz nicht nachlassen, im Gegenteil. Dabei sind klare Regelungen dringend notwendig.

Die von B+P Consultants durchgeführte Befragung zeigt deutlich, wie groß das Unbehagen durch die unkoordinierten und jeweils national unterschiedlichen gesetzlichen Regulierungen in Bezug auf die Kreislaufwirtschaft tatsächlich ist – und zwar unabhängig vom verwendeten Material.

  • 76 Prozent der Hersteller von Kunststoffverpackungen bezeichnen die Unsicherheit durch die disparaten Regulierungen als ihren größten Pain Point in Bezug auf die Kreislaufwirtschaft.
  • Materialübergreifend sind es immerhin noch 63 Prozent. Der Flickenteppich unterschiedlicher Regulierungen ist also für eine klare Mehrheit der Verpackungshersteller der zentrale Knackpunkt.

Fakt ist: Wir brauchen dringend klare Regelungen. Fakt ist aber leider auch: Besserung ist nicht in Sicht. Denn noch immer verfügt die Industrie über keine einheitliche und konsolidierte Stellung. Solange aber jeder nur für sich und sein Einzelinteresse spricht, wird die globale „Willkür“ bei den Regulierungen nicht nur weitergehen, sondern sie wird sich weiter verschlimmern. Der steigende Druck durch Sachzwänge und öffentlicher Meinung wird dafür sorgen, dass die Regulierungen immer schneller, härter und unkoordinierter erfolgen. Ein Ende mit Schmerzen ist aktuell nicht absehbar, dafür Schmerzen ohne Ende.

 

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B+P Consultants Studie: 79 % der Kunststoffverpackungshersteller sehen Circular Economy als Wachstumschance

Bildquelle: Josh Power

 

B+P Consultants Studie: 79 % der Kunststoffverpackungshersteller sehen Circular Economy als Wachstumschance

Thomas Reiner | 20.11.2020

Eine neue B+P Consultants Studie der Verpackungsindustrie zeigt: 79 % der Kunststoffverpackungshersteller sehen die Circular Economy als Wachstumschance. Kreislaufwirtschaft ist Game-Changer. In welche Richtung der „Change“ geht, ist aber noch nicht entschieden. Wird es ein Schub? Oder wird es ein Schlag?


 

79 % der Kunststoffverpackungshersteller sehen die Circular Economy als Wachstumschance. Das zeigen erste Ergebnisse einer von B+P Consultants im Oktober 2020 durchgeführte Befragung von 270 Führungskräften der Verpackungsindustrie.

Die Studie zeigt weiterhin, dass zwei von drei Kunststoffverpackungsherstellern sich beim Thema Kreislaufwirtschaft gut aufgestellt fühlen. Das ist einerseits erfreulich. Auf der anderen Seite ist es beängstigend, denn das Gefühl trifft auf eine Realität, die voller ungelöster Probleme ist.

Die größte Hürde ist fraglos das Schließen der Kreisläufe beim Kunststoff. Hier gibt es zwar seit einiger Zeit eine ganze Reihe von Initiativen, doch noch sind die Ergebnisse unzureichend. Das Leakage beim Kunststoff ist noch immer viel zu groß, die Vielfalt der eingesetzten Kunststoffe kontraproduktiv, der Einsatz von Rezyklat stark limitiert und gerade in weniger entwickelten Ländern der Erde fehlt es ganz grundlegend an der notwendigen Infrastruktur für Sammlung, Trennung und Sortierung der gebrauchten Kunststoffverpackungen.

Fakt bleibt: Die Kreislaufwirtschaft ist ein Game-Changer, gerade für die Kunststoffindustrie. Hier entscheidet sich ihre Zukunft. Aber in welche Richtung der „Change“ geht, ist noch nicht entschieden. Wird es ein Schub? Oder wird es ein Schlag? Beide Wege sind denkbar. Klar ist aber auch: Einen Mittelweg wird es nicht geben.

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