Circular Economy Initiative Deutschland

Circular Economy Initiative Deutschland

Thomas Reiner | 20.08.2019

Das Konzept der Kreislaufwirtschaft zielt darauf ab, menschliches Wohlergehen und wirtschaftliche Entwicklung von Umweltschäden zu entkoppeln. Bei der jüngst ins Leben gerufenen „Circular Economy Initiative Deutschland“ wird die Verpackung zur tragenden Säule.

Das Konzept der Kreislaufwirtschaft hat in den letzten Jahren zunehmend an Dynamik und Momentum gewonnen. Es geht dabei um den Weg, wie wir als Gesellschaft produzieren und konsumieren. Der geforderte und benötige Wandel ist grundlegend: Weg von der sogenannten Wegwerfgesellschaft und hin zu praktikablen, regenerativen Systemen, die es uns erlauben, mit weniger Ressourcen auszukommen, weniger Müll entstehen zu lassen und die Klimaemissionen radikal zu reduzieren.

Auf dem Weg zu einer zirkulären Wirtschaft hat sich Deutschland bisher nicht mit einer grundlegenden und umfassenden Strategie hervorgetan – obwohl das Land die Debatte um das Thema Kreislaufwirtschaft seit Anfang der 90er Jahre auf internationaler Ebene geschärft und geprägt hat.

Die Circular Economy Initiative Deutschland möchte nun einen wissenschaftsbasierten Diskurs über die Potentiale der Kreislaufwirtschaft in Deutschland anstoßen und fördern. Außerdem soll eine Roadmap erarbeitet werden, an deren Erarbeitung Wirtschaft, Wissenschaft und andere gesellschaftliche Stakeholder eingebunden werden.

Die Roadmap soll eine gemeinsame Zielsetzung und einen konkreten Plan bieten, wie die Transformation zu einer Kreislaufwirtschaft in Deutschland gefördert werden und gelingen kann. Auch sollen praktische Anwendungen angestoßen werden, beispielsweise in Form von kollaborativen Projekten. Die Roadmap soll darüber hinaus der Politik als Wegweiser und Ratgeber für konkrete Maßnahmen und Zielvorgaben dienen.

Ein wichtiger Themenkomplex, der in den kommenden zwei Jahren in Arbeitsgruppen vorangetrieben werden soll, ist ein neues Wertschöpfungsnetz für Verpackungen.

Link
https://www.circular-economy-initiative.de/

 

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Circular Economy. Bio-Kunststoff: Sealed Air und Kuraray investieren in neue Produktionskapazitäten

Quelle: Plantic

Bio-Kunststoff:

Sealed Air und Kuraray investieren in neue Produktionskapazitäten

Thomas Reiner | 12.08.2019

Nachhaltige Verpackungslösungen sind gefragter denn je. Aber bedeutet das auch eine neue Chance für Bioplastics? In den vergangenen Jahren war es ruhig geworden um Bio-Kunststoffe, zumal die niedrigen Erdölpreise keinen fairen Wettbewerb erlaubten. Plötzlich aber gibt es wieder erste Investitionen – und dies interessanterweise in den USA.

  • So spricht die Sealed Air Corporation von einer gestiegenen Nachfrage im Bereich nachhaltiger Lebensmittelverpackungen. Um diese Nachfragen bedienen zu können, investiert das Unternehmen in die Erweiterung von Produktionskapazitäten seines Werks in Simpsonville.
  • In Simpsonville sollen nachhaltige Materialien auf der Basis von „Plantic™ plant-based resin“ und Post-Consumer-Kunststoff produziert werden. Der Start der erweiterten Produktion ist für das zweite Quartal 2020 geplant. Sealed Air tätigt dafür ein Investment von 24 Millionen Dollar.
  • Partner Kuraray steuert weitere 15 Millionen Dollar bei, die das Unternehmen unter anderem in die Installation einer Produktion für „plant-based high barrier resin“ einsetzt. Hier soll die Produktion im Frühjahr 2020 beginnen.

Sealed Air und Kuraray hatten im Juni 2018 eine Vereinbarung abgeschlossen, Plantic™-Material für verderbliche Lebensmittel wie Geflügel, Rindfleisch und Meeresfrüchte in den USA, Kanada und Mexico anzubieten.

 

Links

www.sealedair.com

www.kuraray.us.com

Circular Economy. UK-Supermarktkette testet „verpackungsloses Einkaufen“

Quelle: http://waitrose.pressarea.com/image/details/112275

Circular Economy. UK-Supermarktkette testet „verpackungsloses Einkaufen“

Thomas Reiner | 05.08.2019

Die britische Supermarktkette Waitrose hat einen Praxistest für „verpackungsfreies Einkaufen“ gestartet. Kunden haben dabei die Möglichkeit, Nudeln, Kaffee, lose Getreideprodukte aber auch TK-Früchte in eigenen, mitgebrachten Behältnissen abzufüllen.

Waitrose & Partners ist eine Kette britischer Supermärkte im Besitz von John Lewis Partnership, Großbritanniens größtem Einzelhandelsunternehmen im Besitz von Mitarbeitern.
Unter dem Label „Waitrose Unpacked“ testet die Supermarktkette in ihrem Supermarkt in Oxford die Bereitschaft von Konsumenten, auf Kunststoffverpackungen zu verzichten.

  • Dazu wurde im Waitrose-Supermarkt in Oxford eine „refillable zone“ eingerichtet. Hier können Kunden die Produkte aus großen Behältnissen in selber mitgebrachte Behältnisse füllen.
  • Alternativ bietet Waitrose mit seinem „borrow-a-box”-Angebot eine Mehrweglösung für Kunden, die ohne eigene Behältnisse shoppen.
  • Teil der Unverpackt-Aktion ist darüber hinaus die nach Unternehmensangaben erste “pick ’n’ mix”-Sektion für Tiefkühlobst.

Der Testlauf im Waitrose-Supermarkt in Oxford läuft bis zum 18. August. Sollte er erfolgreich verlaufen, plant das Unternehmen, das Angebot auch auf seine anderen Supermärkte auszuweiten.

In britischen Supermärkten fallen nach Angaben von Greenpeace jährlich 810.000 Tonnen Wegwerfverpackungen an. Waitrose hofft, mit seiner Initiative mehrere tausend Tonnen Kunststoffabfall pro Jahr einsparen zu können.

Circular Economy. Wertschöpfende Innovation: Unilever und Henkel machen schwarze Verpackungen kreislauffähig.

Quelle: Henkel

Circular Economy. Wertschöpfende Innovation:

Unilever und Henkel machen schwarze Verpackungen kreislauffähig.

Thomas Reiner | 25.07.2019

Schwarze Kunststoffverpackungen waren in den Sortieranlagen des Recyclings bisher nicht detektierbar. Sie konnten somit nicht sortiert und stofflich wiederverwertet werden. Über Innovationen machen Unilever und Henkel nun auch schwarze Verpackungen erkennbar – und geben ihnen damit einen neuen Wert als Sekundärrohstoff.

Schwarze Kunststoffverpackungen stellen eine Herausforderung für Recyclinganlagen dar. Die Anlagen arbeiten mit der Nahinfrarot-Technologie (NIR). Optische Sensoren nutzen dabei die Reflexion von Licht, um das zu recycelnde Material zu erfassen und sortierbar zu machen. Aufgrund ihres Farbstoffs können schwarze Plastikverpackungen von diesen optischen Sensoren jedoch nicht richtig identifiziert und sortiert werden. Die entsprechende Verpackung geht also für das stoffliche Recycling verloren und muss – im besten Fall – verbrannt werden.

Über innovative Lösungen haben Unilever und Henkel nun unabhängig voneinander schwarze Kunststoffverpackungen vorgestellt, die für Recyclinganlagen detektier und sortierbar sind.

Henkel gab im Mai bekannt, schwarze Flaschen für seine WC-Reiniger-Marke Bref einzuführen. Die Umstellung weiterer Henkel-Produkte soll im Laufe dieses Jahres erfolgen. Henkel hat die Lösung zusammen mit seinem Lieferanten Ampacet, einem globalen Masterbatch-Produzenten, erarbeitet.
Die Entwicklung von recycelbaren schwarzen Plastikverpackungen ist für Henkel ein weiterer Schritt in der Umsetzung seiner Verpackungsstrategie und -ziele: Bis 2025 sollen 100 Prozent der Verpackungen des Unternehmens recycelbar, wiederverwendbar oder kompostierbar sein.

Ebenfalls im Mai stellte Unilever seine neue Lösung vor, die mit einem zugesetzten, innovativen Pigment arbeitet. Die Innovation wurde im Rahmen der „Get Plastic Wise“-Kampagne in UK und Irland vorgestellt und wird zuerst für Flaschen der Marken TRESemmé und Lynx eingesetzt.
Unilever hat verkündet, dass es seine Lösung industrieübergreifend auch anderen Herstellern zur Verfügung stellen wird.
Das Unternehmen schätzt, dass durch seine Innovation rund 2.500 Tonnen schwarzer Kunststoff aus dem Restmüll gerettet und über stoffliches Recycling als Sekundärrohstoff zur Verfügung gestellt werden können.
Unilever hat sich dazu verpflichtet, bis 2025 seine gesamten Kunststoffverpackungen weltweit voll recyclebar, kompostierbar oder mehrwegfähig zu machen und darüber hinaus den Einsatz von recyceltem Kunststoff zu erhöhen.