NIVEA und dm reduzieren Verpackungsaufkommen um ca. 75% mit Nachfüllstationen

Quelle: Nivea/dm-drogerie markt

 

NIVEA und dm reduzieren Verpackungsaufkommen um ca. 75% mit Nachfüllstationen

Thomas Reiner | 01.09.2020

Beiersdorf und die Drogeriemarkt-Kette dm starten einen Pilotversuch mit Nachfüllstationen. Die vom deutsche Konsumgüter-Riesen für seine Pflegeduschen NIVEA Creme Soft und NIVEA Creme Sensitiv selbst entwickelten Refill-Stationen stehen Konsumenten über einen Zeitraum von 6 bis 8 Monaten in drei dm-Märkten in Hamburg und Karlsruhe zur Verfügung.

Kunden können die geleerten Flaschen an den Stationen bis zu drei Mal eigenständig wieder befüllen und an der Kasse bezahlen. Nach der dritten Befüllung werden die Konsumenten gebeten, ihre Refill-Flaschen auszutauschen, damit diese auf Qualität und Hygienestandards untersucht werden können. Im Gegenzug erhalten die Kunden kostenlos eine neue Refill-Flasche inklusive einer kostenlosen Nachfüllung.

Ziel der Aktion ist es, im Team von Markenartikler, Handel und Konsument Erfahrungen über das Refill-Prinzip zu sammeln, Verpackungen einzusparen und gleichzeitig die Kreislaufwirtschaft zu fördern.

Die Aktion von Beiersdorf und dm ist ein weiteres Beispiel für den Vormarsch des Refill-Prinzips. Wie attraktiv das Nachfüllen aus Nachhaltigkeitsperspektive ist, zeigt ein einfaches Rechenbeispiel. Selbst bei lediglich drei Wiederbefüllungen reduziert sich das Verpackungsaufkommen um drastische 75 Prozent. Wenn bei den beiden NIVEA-Produkten nur 10 Prozent der Konsumenten zur Refill-Flasche greifen, führt das bereits zu einer Gesamteinsparung von 7,5 Prozent in Bezug auf alle verkaufen NIVEA Creme Soft und Creme Sensitiv-Produkte.

Aber Refill kann noch mehr, als nur Nachhaltigkeit. Es reduziert nämlich nicht nur den Verpackungsaufwand in erheblichem Maß. Es funktioniert darüber hinaus als Köder, der Kunden nicht nur einmalig anlockt, sondern zur Wiederkehr anregt und damit im doppelten Wortsinne nachhaltig bindet.

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Trotz Corona läuft das Circular Economy Thema bei der Gesetzgebung ungebremst weiter

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Trotz Corona läuft das Circular Economy Thema bei der Gesetzgebung ungebremst weiter

Thomas Reiner | 14.08.2020

Anfang Juni hat das spanische Kabinett einen Gesetzesentwurf gebilligt, der unter anderem eine neue Steuer auf Plastikmüll einführt. Als indirekte Abgabe besteuert man damit auch die Herstellung, den Import oder den Erwerb von nicht wiederverwendbaren Kunststoffverpackungen, wenn diese auf dem spanischen Markt verwendet werden sollen.

Tritt die Regelung wie geplant im ersten Halbjahr 2017 in Kraft, werden für jedes Kilogramm Kunststoffverpackungen 0,45 EUR fällig. Basierend auf den Verbrauchszahlen von 2017 wird sich der Jahresumsatz auf fast 724 Millionen Euro belaufen.

Für Spanien ist der Schritt Teil der nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie. Diese wird als wichtiges Instrument angesehen, der durch Covid-19 hart getroffenen Wirtschaft wieder auf die Beine zu helfen. Als Job-Motor soll sie im nächsten Jahrzehnt bis zu 70.000 Arbeitsplätze schaffen.

Die Entwicklung in Spanien verdeutlicht einmal mehr, dass das Thema Kreislaufwirtschaft auch in der Politik trotz Corona nicht an Bedeutung und Dringlichkeit verloren hat. Die Circular Economy etabliert sich dabei immer stärker als Job- und Wachstums-Motor. Schon der „Green Deal“ der EU hatte diesen Weg vorgezeichnet.

Bedenklich ist allerdings, dass der Flickenteppich an unterschiedlichen und unkoordinierten nationalen Regulierungen immer größer wird. Hohe Aufwände, Effizienzverluste und wachsende Hürden für die praktische Umsetzung sind die Folge.

Solange es in Bezug auf die Kreisläufe bei Kunststoff mehr Fragen als Antworten gibt, wird sich daran nichts ändern. Im Gegenteil. Damit die nationalen Alleingänge nicht weiter zunehmen, müssen wir schnell Antworten finden. Die Zeit drängt.

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Mehr als 80% der Stahlverpackungen werden in Europa recycelt. Der Druck auf Kunststoff steigt

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Mehr als 80% der Stahlverpackungen werden in Europa recycelt.

Der Druck auf Kunststoff steigt 

Thomas Reiner | 07.08.2020

82,5 Prozent der Stahlverpackungen wurden 2017 in Europa recycelt. Das zeigen neueste Bewertungen der Association of European Producers of steel for packaging (APEAL). Damit hat die Stahlindustrie ihr Ziel erreicht, das eine Quote von 80 % bis 2020 vorsah.

Metallverpackungen entwickeln sich zum Recycling-Primus. Dabei hilft, dass Stahl zu 100 Prozent recycelbar ist. In Europa profitieren die Metallverpackung zudem von gut etablierten und hocheffizienten Recyclingstrukturen.

Mit diesem Pfund lässt sich wuchern. Nicht nur in den Kommunikations-Aktivitäten zu den Nachhaltigkeitsvorteilen des Materials. Sondern vor allem beim Weg in die Circular Economy. Nicht zufällig entdecken die Unternehmen der Metallverpackungsindustrie das Thema Kreislaufwirtschaft zusehends für sich. Sie optimieren Systeme und Strukturen konsequent in diesem Sinne und machen ihr Produkt damit zusehends attraktiver.

Schon jetzt lässt sich in einzelnen Segmenten eine Renaissance der Metallverpackung beobachten. Die Renaissance geht zu Lasten des Kunststoffs, der nun – neben dem Papier – von einer weiteren Seite aus Druck bekommt.

Dieser Druck ist nicht zu verachten, denn Metall ist nicht nur, wie Papier, stark beim Recycling. Metall bringt darüber hinaus wertvolle Barriere-Eigenschaften mit. Das ist ein starkes Paket. Bei Babynahrung sehen wir schon Beispiele für die Substitution von Kunststoff durch Metall. Es dürften mehr werden.

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Neue Studie: Ohne Folie verderben alleine im Handel 2,7 Mal mehr Gurken

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Neue Studie: Ohne Folie verderben alleine im Handel 2,7 Mal mehr Gurken

Thomas Reiner | 31.07.2020

Eine neue Studie aus Österreich hat die Auswirkungen des Verzichts auf Verpackungen bei Lebensmitteln untersucht. Im Fall der Salatgurke steigt die Menge der Lebensmittelabfälle alleine auf Seiten des Handels um den Faktor 2,7. Der Klimafußabdruck steigt durch die zusätzliche Abfallmenge sogar um das Vierfache. Die Studie zeigt, dass bei allem Fokus auf Kreislaufwirtschaft und reduziertem Materialaufwand die grundlegende Leistung der Verpackung noch immer die wichtigste ist – auch ökologisch. Ohne Hygiene und Produktschutz geht es nicht. Dabei entscheidet sich die Frage der Nachhaltigkeit nicht an der Folie.

Studie „Stop Waste – Save Food“
Die aktuelle Studie „Stop Waste – Save Food“ stammt von einem Netzwerk aus Wissenschaft, Verpackungswirtschaft und Lebensmittelwirtschaft in Österreich. Ziel der Untersuchung war es, die Rolle von Verpackungen bei der Vermeidung von Lebensmittelabfällen zu klären.

Die Kern-Botschaft des Ergebnisberichts: Verpackungen können ganz erheblich dazu beitragen, Lebensmittelverluste zu vermeiden. Konkret untersuchte Beispiele zeigten im Einzelnen:

Ergebnisse:

  • Eine Verdoppelung der Mindesthaltbarkeit senkt die Abfallrate im Handel im Schnitt um etwa 40 Prozent.
  • Durch den Verzicht auf Schutzfolie bei Salatgurken stiegen bei einer österreichischen Handelskette die Lebensmittelabfälle bei Salatgurken um den Faktor 2,7. Der Klimafußabdruck der zusätzlichen Abfallmenge ist viermal höher, als der Klimavorteil durch die eingesparte Verpackung.
  • Etwa 30 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen stehen mit Ernährung in Zusammenhang. Ein Drittel aller produzierten Lebensmittel geht verloren. Vermeidung von Lebensmittelabfällen kann unseren gesamten Klimafußabdruck um bis zu 8 Prozent senken.
  • Verpackungen tragen mit ihrer Schutzfunktion oft dazu bei, dass Lebensmittelabfälle reduziert werden. Ist das der Fall, dann ist der Umweltnutzen durch vermiedene Abfälle meist um den Faktor 5-10 höher als der Umweltaufwand für die Verpackung. Bei Lebensmitteln mit hohem Produktionsaufwand (z.B. Fleisch, Käse) zahlt sich Produktschutz besonders aus.

Back to the basics
Die Studie ist eine wertvolle Erinnerung an das, was Verpackungen grundsätzlich leisten, als Produktschützer, als Hygienewächter und als Bewahrer von Werten und Ressourcen. Das dürfen wir nicht vergessen, gerade auch wenn es um Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft geht.

Systemantworten
Grundsätzlich ist es durchaus vorstellbar, der Gurke ihre Schutzverpackung ohne ökologische Nachteile zu nehmen. Wichtig ist dann aber, dass Prozesse und eine beschleunigte Logistik den Haltbarkeitsverlust durch geringere Zeitaufwände zwischen Ernte und Verkauf ausgleichen können.

Solange wir diese Systemantworten nicht haben, ist es fahrlässig, auf den Schutz der Verpackung zu verzichten.

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