US-Verbraucher entscheiden sich für Nachhaltigkeit.

US-Verbraucher entscheiden sich für Nachhaltigkeit.

Thomas Reiner | 24.01.2020

Nachhaltigkeit stößt weltweit auf immer mehr Bereitschaft. Die Kreislauffähigkeit von Verpackungen wird damit zunehmen zum entscheidenden Faktor beim Shopping – auch in den USA.

Für Markenartikler ist die Nachhaltigkeit ihrer Verpackungen schon seit einigen Jahren ein wichtiges Thema. Die Notwendigkeit, wirksame Lösungen tatsächlich im Markt zu etablieren, hat allerdings erst seit rund zwei Jahren wirklich an Bedeutung gewonnen.

Ein grundlegender Treiber ist die weltweit wachsende Sensibilität der Verbraucher gegenüber Umweltfragen, die vermehrt auch in Kaufentscheidungen einfließt.
Zahlen einer Studie der Nielsen-Company zeigen, dass 48 Prozent der US-Verbraucher definitiv oder sehr wahrscheinlich bereit sind, ihre Konsumgewohnheiten zu verändern, um sich umweltverträglicher zu verhalten. Bei Konsumenten, die nach der Jahrtausendwende geboren wurden, sagen dies sogar 75 Prozent. Die Verbraucher geben ihre Dollars dort aus, wo sie ihre Werte gewahrt sehen.

  • 2018 gaben US-Verbraucher 128,5 Milliarden Dollar für nachhaltige FMCG-Produkte aus.
  • Der Absatz von Produkten mit nachhaltigen Eigenschaften wuchs 2018 um 22 Prozent.
  • Während der Umsatz konventioneller Produkte von 2014 bis 2017 um vier Prozent zurückging, stiegt der Anteil an nachhaltigen Produkten im gleichen Zeitraum um drei Prozent.
  • Bis zum Jahr 2021 sehen die Prognosen den Umsatzanteil nachhaltiger Ware bei 25 Prozent.

Für die Verpackung als wichtigsten Markenbotschafter bedeutet das: Ihre Recyclebarkeit wird zu einem entscheidenden Faktor. Die Nachhaltigkeit der Verpackung wird zum Schlüssel, sowohl am klassischen POS, wie auch im E-Commerce. Seine Produkte nachhaltig zu verpacken, ist nicht länger ein netter Bonus. Es ist eine zentrale Notwendigkeit.

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Papier erobert weiter Marktanteile: Frosta ersetzt Kunststoffbeutel mit Kraftpapier.

Quelle: Frosta

Papier erobert weiter Marktanteile:

Frosta ersetzt Kunststoffbeutel mit Kraftpapier.

Thomas Reiner | 21.01.2020

Der Tiefkühlkosthersteller Frosta ist bekannt für Innovationen. So verzichtete man bereits seit 2003 auf jegliche Zusatzstoffe. Auch im Nachhaltigkeitsbereich geht das Unternehmen nun als Pionier neue Wege. Als erster Hersteller von Tiefkühlkost wird man in Zukunft komplett auf den Einsatz von Kunststoff in Verpackungen verzichten.

Die Alternative kommt in Form eines Kraftpapier-Beutels, den Frosta selbst entwickelt hat. Eine spezielle, mechanische Produktionstechnik sorgt dafür, dass das ungebleichte und ungestrichene Papier resistent gegen Feuchtigkeit und Fett ist. So kann es den Produktschutz auch bei einem eventuellen Antauen auf dem Weg vom Supermarkt zur Tiefkühltruhe des Konsumenten gewährleisten.

Nach Aussage des Unternehmens ist die neue Verpackung im Vergleich umweltschonender und weist eine bessere Klimabilanz auf. Bis zu 320 Tonnen Kunststoff will Frosta durch die neue Verpackung jährlich einsparen. Dabei vertraut man darauf, dass die Kunden die verpackungsbedingte Preiserhöhung von rund 20 Cent mittragen werden.

Der Weg von Frosta folgt einem klaren und immer stärker werdenden Trend, Kunststoffe in Verpackungen durch Papier und Glas zu ersetzen. Ein Hauptgrund dafür ist, dass die Kreisläufe für Kunststoff noch nicht geschlossen sind. Bei Papier und Glas sieht das anders aus. Und diese Realität beeinflusst jede Entscheidung, schafft permanent Fakten.

Dabei wird es bleiben – zumindest solange, bis es gelingt, die Kunststoff-Kreisläufe zu schließen. Dann dürften die Karten neu gemischt werden – auch bei Frosta.

Übrigens: Als „Mutter der neuen Verpackung“ dienten Kraftpapiersäcke, wie sie als Verpackung von Zement verwendet werden. Ein gutes Beispiel für die Entwicklung erfolgreicher Strategien und Lösungen über vier dezidierte, kreative Ansätze, die wir über den Blog beleuchten werden.

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Kunststoffverpackungen in der Umwelt: Es sind noch mehr als angenommen.

Kunststoffverpackungen in der Umwelt:

Es sind noch mehr als angenommen.

Thomas Reiner | 08.01.2020

Bisher war man bei der Ellen MacArthur Foundation davon ausgegangen, dass durch unsachgemäße Entsorgung weltweit jedes Jahr rund 25 Millionen Tonnen Kunststoffverpackungen unbeabsichtigt in unser Ökosystem gelangen.

Einer aktuellen Studie von Conversio zufolge ist dieser Eintrag jedoch noch bedeutend höher und beläuft sich auf 41 Millionen Tonnen.

Es wird nicht die letzte Zahl dieser Art sein und nicht die letzte, katastrophale Nachricht zu diesem Thema bleiben. Die Diskussionen und Schuldzuschreibungen werden nicht abreißen, bis das zugrundeliegende Problem gelöst ist.

Lösen können wir das Problem aber nur, wenn wir konsequent und im Team nach Wegen suchen. Es geht nur gemeinsam, in einer starken Kooperation von Akteuren aus der gesamten Wertschöpfungskette. Den größten Erfolg versprechen dabei pragmatische Projekte, die klein, kompakt, zielgerichtet und schlagfähig sind. Doch davon ist bisher kaum etwas zu sehen.

Dabei ist so viel möglich…

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Aldi zieht Zwischenbilanz bei Nachhaltigkeit. Da muss mehr kommen!

Quelle: ©ALDI SÜD

Aldi zieht Zwischenbilanz bei Nachhaltigkeit

Da muss mehr kommen!

Thomas Reiner | 17.12.2019

Vor einem Jahr verabschiedeten Aldi Nord und Aldi Süd eine gemeinsame Verpackungsstrategie mit konkreten Nachhaltigkeitszielen und Maßnahmen. Zu den Kernpunkten der Strategie gehören die Reduzierung des Verpackungsaufwands und des Kunststoffeinsatzes. Nun haben die Discount-Riesen Zwischenbilanz gezogen.

Im Vergleich zu 2015 haben Aldi Nord und Aldi Süd, die zusammen die umsatzstärkste Einzelhandelsgruppe in Deutschland bilden, über 40.000 Tonnen Verpackung eingespart. Darunter 22.000 Tonnen Kunststoff. Das entspricht etwa 8 Million der im Dualen System des Landes zur Sammlung verwendeten „Gelben Säcke“. Der Verzicht auf Plastikfolien bei Salatgurken trug 120 Tonnen zur Ersparnis bei.

Die nackten Zahlen hören sich erst einmal gut an. Sie relativieren sich jedoch schnell, wenn man sie in Relation zu den selbstgesteckten Zielen Aldis bringt:

  • Bis 2025 soll das Verpackungsgewicht der Eigenmarken relativ zum Umsatz und im Vergleich zum Basisjahr 2015 um 30 Prozent sinken.
  • Die Eigenmarken machen bei Aldi etwa 88 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Das entspricht rund 820.000 – 1 Million Tonnen Verpackung jährlich.
  • An der erzielten Reduzierung des Verpackungsmaterials von 40.000 Tonnen sind die Eigenmarken jedoch lediglich mit etwa 15.000 Tonnen beteiligt.
  • Diese 15.000 Tonnen entsprechen nur etwa 1,5 bis 1,8 Prozent des Verpackungsaufwands der Eigenmarken. Den Bärenanteil stemmten die Markenprodukte, bei denen 13 bis 21 Prozent Verpackung eingespart wurden.

Von dem selbstgesteckten Ziel, das Verpackungsgewicht der Eigenmarken bis 2025 um 30 Prozent zu reduzieren, ist Aldi also noch sehr weit entfernt.

Es wird spannend sein, zu sehen, wie Aldi diese große Lücke schließen will. Klar ist nur, dass der Discounter seinen Anstrengungen deutlich erhöhen muss, wenn er seine Ziele erreichen will.

Grundsätzlich muss der Handel erst noch beweisen müssen, dass er nicht nur Forderungen stellen, sondern diesen auch selber folgen kann. Die Markenartikler agieren da bisher mit deutlichem Vorsprung.

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