Paperization: Kraft Heinz bringt Becher auf Faserbasis für die Mikrowelle

Bildquelle: Envato Elements

 

Paperization: Kraft Heinz bringt Becher auf Faserbasis für die Mikrowelle

Die Substitution von Kunststoff durch Papier ist ein Big Player in der laufenden Revolution des Verpackungsmarktes. Im Fokus der Paperization stehen die Themen Klima und Kreislauf. Auch der neue, faserbasierte, recycel- und kompostierbare Becher für die Mikrowelle von Kraft Heinz legt Zeugnis davon ab. Dass sich hier ein echtes Branchenschwergewicht auf den Weg macht, hat Aussagekraft.


 

Der weltweite Shift zur Substitution von Kunststoff durch Papier ist nicht nur ungebrochen, er ist disruptiv. Papier dringt dabei weiter in Marktbereiche vor, die bisher eine reine Domäne des Kunststoffs waren. Besonders auffällig ist das im Bereich der Rigid-Verpackungen.

Im Fokus dieser Entwicklung stehen aktuell vor allem die Aspekte Klima und Kreislauf. Gerade hier schauen Marken, wo sich Vorteile generieren lassen. Und da kommt Papier, speziell wenn es bisher verwendeten Kunststoff ersetzt, gerade recht.

Das aktuelle Beispiel eines faserbasierten, recycel- und kompostierbaren Bechers für die Mikrowelle, der zudem das Kunststoffetikett durch Direktdruck ersetzt, ist ein weiterer Beleg für diese Entwicklung. Besonders spannend ist, dass sich mit Kraft Heinz ein echtes Schwergewicht auf den Weg macht. Das zeigt, wie groß das Thema auf globaler Ebene schon geworden ist.

 

Der Kraft Mac & Cheese Becher

  • Die Verpackung ist der erste recycelbare Becher auf Faserbasis für die Mikrowelle im Markenportfolio von Kraft Heinz.
  • Er wird aktuell getestet und soll im Laufe des Jahres 2021 für die neue Sorte „Kraft Mac & Cheese Shapes“ in die Regale kommen.
  • Der Becher erhält dafür auch ein neues Design.
  • Nach Unternehmensangaben wird der Becher recycelbar und (industriell) kompostierbar sein.
  • Im Zuge der Kunststoffreduktion wird auch das bisher verwendete Etikett entfallen. Stattdessen wird digitale Direktdrucktechnologie zum Einsatz kommen.
  • Konkrete Recyclinghinweise auf dem Becher sollen die korrekte Entsorgung der Verpackung für Verbraucherinnen und Verbrauchern transparent und einfach machen.
  • Der neue Becher ist Teil des Kraft-Heinz-Commitments, bis 2025 zu 100 Prozent recycelbare, wiederverwendbare oder kompostierbare Verpackungen zu verwenden.

 

Paperization, Klima, Kreislauf

Der Bereich der Rigid-Verpackungen ist ein Schwerpunkt der Paperization. Die Substitution von Kunststoff durch Papier läuft hier aus zwei Gründen besonders schnell:

  1. Die Verpackung gewinnt durch den Einsatz des Fasermaterials an Recyclingfähigkeit.
  2. Rigis haben, anders als Flexibles, einen recht hohen Kunststoffanteil. Seine Substitution verspricht einen entsprechend hohen Klimaeffekt.

 

Lösung für disruptive Zeiten?

Bei Berndt & Partner denken wir, dass jedes Material seine Berechtigung hat. Man kann nicht alles auf eine einzige Lösung herunterbrechen. Die Diversität und Vielzahl an Produkten, Segmenten und Märkten schaffen unterschiedliche Bedingungen, für die jeweils eine eigene, optimale Antwort gefunden werden muss.

Davon unabhängig zeigt das Beispiel von Kraft Heinz, wie wichtig das Thema inzwischen geworden ist. Die Entwicklung ist disruptiv und Paperization ein Big Player bei der laufenden Revolution des Verpackungsmarktes.

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Quelle: Ritter-Sport

 

Wo Nachhaltigkeit und Produktschutz aufeinanderprallen.

Ritter Sport verpackt Schokolade in Papier

Thomas Reiner | 23.07.2021

Die Alfred Ritter GmbH & Co. KG stellt nun unter der Marke Ritter Sport erstmals eine zu 100 Prozent in Papier verpackte Schokoladentafel vor. Dabei ersetzt ein laut dem Unternehmen neu entwickeltes „Spezialpapier“ die bislang verwendete, bereits recycelbare Monomaterial-Kunststofffolie.

Die Aktion ist vorerst auf 1.500 Tafeln beschränkt, für die sich Konsumenten als Tester bewerben konnten. Weitere Tafeln wurden in den beiden Flagship-Stores verkauft. Ein QR-Code auf der Verpackung führt zu einem kurzen Fragebogen, mit dem die Verbraucher ihr Feedback zur Verpackung abgeben können.

Ritter Sport testet auf diese Weise die Alltagstauglichkeit seiner Verpackungsinnovation – und nimmt die bereits vermuteten Schwierigkeiten beim Einsatz von Papierverpackungen für fettige Produkte unter die Lupe des Konsumentenalltags.

Die Frage, ob die Papierverpackung am Ende besser sei, als die vorher eingesetzte Kunststofffolie, beantwortet Ritter Sport in seinem Blog mit einem eindeutigen JEIN.

Dieses Jein ist die Antwort auf einen Konflikt zwischen dem Anspruch auf Nachhaltigkeit durch Substitution von Kunststoff auf der einen Seite und der zwingenden Notwendigkeit von Lebensmittelsicherheit und Haltbarkeit auf der anderen Seite.

Der Konflikt bezeichnet auch die großen Hürden, denen sich die Papierindustrie gegenübersieht. Wie lässt sich die Nachhaltigkeit des Materials mit dem unverzichtbaren Produktschutz verschmelzen?

Wie das Ritter Sport – „Spezialpapier“ genau funktioniert, möchte man beim Unternehmen noch nicht sagen. Es ist aber davon ausgehen, dass vor allem eine aufgebrachte Beschichtung das Papier zum „Spezialpapier“ macht.

Aber selbst wenn technische Fragen offenbleiben: Der Test von Ritter Sport ist spannend. Nicht zuletzt, um zu erkunden, wie der Konsument das Ergebnis in der Praxis beurteilt.

LINK:
Ritter Sport Blog (nur auf Deutsch): https://www.ritter-sport.de/blog/2020/01/23/in-papier-ein-meilenstein/

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Wo Nachhaltigkeit und Produktschutz aufeinanderprallen.

Ritter Sport verpackt Schokolade in Papier

Thomas Reiner | 24.03.2020
Die Alfred Ritter GmbH & Co. KG stellt nun unter der Marke Ritter Sport erstmals eine zu 100 Prozent in Papier verpackte Schokoladentafel vor. Dabei ersetzt ein laut dem Unternehmen neu entwickeltes „Spezialpapier“ die bislang verwendete, bereits recycelbare Monomaterial-Kunststofffolie.

Die Aktion ist vorerst auf 1.500 Tafeln beschränkt, für die sich Konsumenten als Tester bewerben konnten. Weitere Tafeln wurden in den beiden Flagship-Stores verkauft. Ein QR-Code auf der Verpackung führt zu einem kurzen Fragebogen, mit dem die Verbraucher ihr Feedback zur Verpackung abgeben können.

Ritter Sport testet auf diese Weise die Alltagstauglichkeit seiner Verpackungsinnovation – und nimmt die bereits vermuteten Schwierigkeiten beim Einsatz von Papierverpackungen für fettige Produkte unter die Lupe des Konsumentenalltags.

Die Frage, ob die Papierverpackung am Ende besser sei, als die vorher eingesetzte Kunststofffolie, beantwortet Ritter Sport in seinem Blog mit einem eindeutigen JEIN.

Dieses Jein ist die Antwort auf einen Konflikt zwischen dem Anspruch auf Nachhaltigkeit durch Substitution von Kunststoff auf der einen Seite und der zwingenden Notwendigkeit von Lebensmittelsicherheit und Haltbarkeit auf der anderen Seite.

Der Konflikt bezeichnet auch die großen Hürden, denen sich die Papierindustrie gegenübersieht. Wie lässt sich die Nachhaltigkeit des Materials mit dem unverzichtbaren Produktschutz verschmelzen?

Wie das Ritter Sport – „Spezialpapier“ genau funktioniert, möchte man beim Unternehmen noch nicht sagen. Es ist aber davon ausgehen, dass vor allem eine aufgebrachte Beschichtung das Papier zum „Spezialpapier“ macht.

Aber selbst wenn technische Fragen offenbleiben: Der Test von Ritter Sport ist spannend. Nicht zuletzt, um zu erkunden, wie der Konsument das Ergebnis in der Praxis beurteilt.

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Wiederverwendung: Digital macht Kreislaufwirtschaft möglich

Quelle: Envato Elements

 

Wiederverwendung: Digital macht Kreislaufwirtschaft möglich

Thomas Reiner | 13.07.2021

Das Start-up Good Goods startet in New York mit einem Incentive-getriebenen Pfandsystem für Weinflaschen. Dazu wird der Barcode der Flasche gescannt und ein QR-Code an das Smartphone des Kunden gesendet. Beim nächsten Weinkauf kann dieser Code für einen Rabatt von 2 Dollar eingesetzt werden. Systeme für Wiederverwendung sind als zentraler Punkt von Verpackungsstrategien stark im Kommen. Möglich macht es die Digitalisierung.


 

In New York startet dieses Jahr ein neues Incentive-getriebenes Pfand-Programm zur Wiederverwendung von Weinflaschen. Das Start-up Good Goods will Kunden damit ermutigen, ihre Good Goods-kompatiblen Weinflaschen an der Verkaufsstelle zurückzugeben. Als Gegenleistung erhalten sie einen 2-Dollar-Rabatt auf ihren nächsten Weinkauf.

Die Aktion läuft über Bar- und QR-Codes sowie das Smartphone der Kunden. Sie zeigt zum einen, dass Wiederverwendungssysteme vermehrt auf den Markt kommen. Das ist nicht verwunderlich, da sie in der Verpackungsdesign-Strategie vieler Marken eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Zum anderen zeigt das Beispiel, dass die digitale Transformation zu einem bedeutsamen Treiber der Kreislaufwirtschaft geworden ist. Tendenz steigend.

 

Die Good Goods Initiative

  • Durch das Scannen des Barcodes der leeren Weinflasche wird bei der Rückgabe ein QR-Code an das Smartphone des Kunden gesendet, der ihm einen Rabatt von 2 US-Dollar auf seinen nächsten Weinkauf gewährt.
  • Derzeit nehmen die New Yorker Einzelhändler Henry’s Wine and Spirits, Gotham Wine and Liquor, The Gilded Grape und The Natural Wine Company an dem Programm teil. Das Start-up plant, sein Modell bis Ende 2021 landesweit auszurollen.
  • Entwickelt wurde das neue, Incentive-getriebene Pfandprogramm von Zach Lawless, dem Gründer des mit wiederverwendbaren Behältern arbeitenden Verkaufsautomaten „Fresh Bowl“.
  • Für die teilnehmenden Händler ergeben sich Mehrwerte insbesondere durch die Möglichkeit, personalisierte Angebote für Kunden bereitstellen zu können. Nützlich ist aber auch der Performanceabgleich mit den Erfolgszahlen der anderen, angeschlossenen Händler.
  • Laut Good Goods-Daten performen standardisierte Flaschen gut im Verkauf der Programmteilnehmer.

 

Hintergründe

Inspiriert wurde das Start-up Good Goods vom Europäischen Modell der Mehrwegflaschen und dem Incentive-getriebenen Pfandsystem. Dass man sich für den Weinmarkt als Ausgangspunkt der Initiative entschieden hat, liegt an der besonders großen Zahl standardisierter Flaschen in diesem Segment.

Jährlich werden weltweit rund 4,3 Milliarden Weinflaschen verkauft. New York ist innerhalb der USA der drittgrößte weinproduzierende Staat. Bisher gab es hier einzig einen Single-Waste-Verkauf. Das soll sich nun ändern.

 

Digital bringt Mehrwert für Mehrweg

Ob und in welchem Ausmaß Good Goods mit seiner Aktion Erfolg haben wird, ist nicht ausgemacht. Unabhängig davon bleibt der Gedankenansatz richtig.

In den Verpackungsstrategien vieler Brands nehmen Modelle für Mehrweg und Wiederverwendung eine zunehmend wichtige Rolle bei der Etablierung von Kreislaufwirtschaft ein. Speziell die Möglichkeiten der digitalen Transformation erlauben es, neu über Mehrweg und Wiederverwendung nachzudenken. Digital wird auch in diesem Bereich zum Möglichmacher von Circular Economy.

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Ritter Sport verpackt Schokolade in Papier

Thomas Reiner | 24.03.2020
Die Alfred Ritter GmbH & Co. KG stellt nun unter der Marke Ritter Sport erstmals eine zu 100 Prozent in Papier verpackte Schokoladentafel vor. Dabei ersetzt ein laut dem Unternehmen neu entwickeltes „Spezialpapier“ die bislang verwendete, bereits recycelbare Monomaterial-Kunststofffolie.

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Ritter Sport verpackt Schokolade in Papier

Thomas Reiner | 24.03.2020
Die Alfred Ritter GmbH & Co. KG stellt nun unter der Marke Ritter Sport erstmals eine zu 100 Prozent in Papier verpackte Schokoladentafel vor. Dabei ersetzt ein laut dem Unternehmen neu entwickeltes „Spezialpapier“ die bislang verwendete, bereits recycelbare Monomaterial-Kunststofffolie.

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Game Changer: Erneuerbare Kunststoffe aus Feedstock der 2. Generation

Quelle: Arthur Pereira | Unsplash

 

Game Changer: Erneuerbare Kunststoffe aus Feedstock der 2. Generation

Thomas Reiner | 07.07.2021

Beiersdorf setzt ab sofort in fast 30 Ländern rund um die Welt Verpackungen aus zertifiziertem, erneuerbarem Polypropylen (PP) für Teile seines Nivea-Portfolios ein. Als Rohstoffbasis dient mit zertifiziertem Tallöl ein nachwachsender Feedstock der zweiten Generation. Damit geht Beiersdorf den richtigen Weg! Denn der Einsatz erneuerbarer Rohstoffe wird neben dem PCR-Einsatz zum Game Changer bei der Etablierung der Circular Economy werden.


 

Seit diesem Monat setzte Beiersdorf in nahezu 30 Ländern rund um die Welt für die Gesichtspflegeprodukte der Nivea Natural Balance-Serie auf Verpackungen aus zertifiziertem, erneuerbarem Polypropylen (PP). Damit wählt das Unternehmen einen richtigen und zukunftsweisenden Ansatz. Denn der Einsatz erneuerbarer Rohstoffe wird neben dem Einsatz von PCR zum Game Changer bei der Etablierung der Kreislaufwirtschaft werden. Dass diese Entwicklung schneller vonstattengeht, als gemeinhin erwartet wurde, lässt aufhorchen.

Was den Schritt von Beiersdorf besonders hervorstechen lässt, ist die Verwendung eines nachwachsenden Rohstoffes der zweiten Generation. Das Material stammt aus dem, Trucircle-Portfolio von Sabic und wird aus Tallöl gewonnen. Dass ein Big Player wie Beiersdorf das Thema Renewables nicht nur angeht, sondern gleich konsequent zu Ende denkt, kann man nur begrüßen.

 

Rohstoff Tallöl

  • Ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Rohstoffs und des Lieferanten war für Beiersdorf das sogenannte „Feedstock-Konzept“.
  • Tallöl ist ein Feedstock der zweiten Generation und Nebenprodukt der Forstwirtschaft. Anders als beispielsweise bei Bio-Kunststoffen auf der Basis von Zuckerrohr oder Mais ist der Rohstoff keine Nahrungsquelle.
  • Seine Ökobewertung basiert auf dem Prinzip der Massenbilanzierung in Übereinstimmung mit dem International Sustainability & Carbon Certification (ISCC PLUS) Schema.
  • Tallöl ersetzt Rohöl und wird nach dem Prinzip der Massenbilanzierung in den Herstellungsprozess integriert, ohne dass ein eigener Produktionsdurchlauf aufgesetzt werden muss.

 

Verpackungsstrategie bei Beiersdorf

Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 50 Prozent weniger erdölbasiertes Neuplastik einzusetzen. Außerdem sollen alle Verpackungen bis dahin wiederverwendbar, wiederbefüllbar oder recyclingfähig sein.

 

Game Changer

Welche zentrale Bedeutung der Einsatz von Post Consumer Recycled Plastics für die Etablierung einer Kreislaufwirtschaft hat, ist inzwischen fast allen Stakeholdern angekommen. Denkt man die Sache konsequent zu Ende, muss sich der Blick auch auf die Quelle des Virgin-Rohstoffs liegen.

Nachwachsender Quellen sind nur dann wirklich nachhaltig, wenn sie nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion stehen. Die Verwendung sogenannter Feedstocks der zweiten Generation wird ein Game Changer! Das diese Entwicklung so schnell konkret wird und dann auch gleich global ausgerollt wird, ist eine große und positive Erkenntnis.

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Wo Nachhaltigkeit und Produktschutz aufeinanderprallen.

Ritter Sport verpackt Schokolade in Papier

Thomas Reiner | 24.03.2020
Die Alfred Ritter GmbH & Co. KG stellt nun unter der Marke Ritter Sport erstmals eine zu 100 Prozent in Papier verpackte Schokoladentafel vor. Dabei ersetzt ein laut dem Unternehmen neu entwickeltes „Spezialpapier“ die bislang verwendete, bereits recycelbare Monomaterial-Kunststofffolie. Die Aktion ist vorerst auf 1.500 Tafeln beschränkt, für die sich Konsumenten als Tester bewerben konnten. Weitere Tafeln wurden in den beiden Flagship-Stores verkauft. Ein QR-Code auf der Verpackung führt zu einem kurzen Fragebogen, mit dem die Verbraucher ihr Feedback zur Verpackung abgeben können. Ritter Sport testet auf diese Weise die Alltagstauglichkeit seiner Verpackungsinnovation – und nimmt die bereits vermuteten Schwierigkeiten beim Einsatz von Papierverpackungen für fettige Produkte unter die Lupe des Konsumentenalltags. Die Frage, ob die Papierverpackung am Ende besser sei, als die vorher eingesetzte Kunststofffolie, beantwortet Ritter Sport in seinem Blog mit einem eindeutigen JEIN. Dieses Jein ist die Antwort auf einen Konflikt zwischen dem Anspruch auf Nachhaltigkeit durch Substitution von Kunststoff auf der einen Seite und der zwingenden Notwendigkeit von Lebensmittelsicherheit und Haltbarkeit auf der anderen Seite. Der Konflikt bezeichnet auch die großen Hürden, denen sich die Papierindustrie gegenübersieht. Wie lässt sich die Nachhaltigkeit des Materials mit dem unverzichtbaren Produktschutz verschmelzen? Wie das Ritter Sport – „Spezialpapier“ genau funktioniert, möchte man beim Unternehmen noch nicht sagen. Es ist aber davon ausgehen, dass vor allem eine aufgebrachte Beschichtung das Papier zum „Spezialpapier“ macht. Aber selbst wenn technische Fragen offenbleiben: Der Test von Ritter Sport ist spannend. Nicht zuletzt, um zu erkunden, wie der Konsument das Ergebnis in der Praxis beurteilt. LINK: Ritter Sport Blog (nur auf Deutsch): https://www.ritter-sport.de/blog/2020/01/23/in-papier-ein-meilenstein/

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Ritter Sport verpackt Schokolade in Papier

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Die Alfred Ritter GmbH & Co. KG stellt nun unter der Marke Ritter Sport erstmals eine zu 100 Prozent in Papier verpackte Schokoladentafel vor. Dabei ersetzt ein laut dem Unternehmen neu entwickeltes „Spezialpapier“ die bislang verwendete, bereits recycelbare Monomaterial-Kunststofffolie. Die Aktion ist vorerst auf 1.500 Tafeln beschränkt, für die sich Konsumenten als Tester bewerben konnten. Weitere Tafeln wurden in den beiden Flagship-Stores verkauft. Ein QR-Code auf der Verpackung führt zu einem kurzen Fragebogen, mit dem die Verbraucher ihr Feedback zur Verpackung abgeben können. Ritter Sport testet auf diese Weise die Alltagstauglichkeit seiner Verpackungsinnovation – und nimmt die bereits vermuteten Schwierigkeiten beim Einsatz von Papierverpackungen für fettige Produkte unter die Lupe des Konsumentenalltags. Die Frage, ob die Papierverpackung am Ende besser sei, als die vorher eingesetzte Kunststofffolie, beantwortet Ritter Sport in seinem Blog mit einem eindeutigen JEIN. Dieses Jein ist die Antwort auf einen Konflikt zwischen dem Anspruch auf Nachhaltigkeit durch Substitution von Kunststoff auf der einen Seite und der zwingenden Notwendigkeit von Lebensmittelsicherheit und Haltbarkeit auf der anderen Seite. Der Konflikt bezeichnet auch die großen Hürden, denen sich die Papierindustrie gegenübersieht. Wie lässt sich die Nachhaltigkeit des Materials mit dem unverzichtbaren Produktschutz verschmelzen? Wie das Ritter Sport – „Spezialpapier“ genau funktioniert, möchte man beim Unternehmen noch nicht sagen. Es ist aber davon ausgehen, dass vor allem eine aufgebrachte Beschichtung das Papier zum „Spezialpapier“ macht. Aber selbst wenn technische Fragen offenbleiben: Der Test von Ritter Sport ist spannend. Nicht zuletzt, um zu erkunden, wie der Konsument das Ergebnis in der Praxis beurteilt. LINK: Ritter Sport Blog (nur auf Deutsch): https://www.ritter-sport.de/blog/2020/01/23/in-papier-ein-meilenstein/

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Kreislaufwirtschaft als Rettungsring im Commodity-Markt

 

 

Kreislaufwirtschaft als Rettungsring im Commodity-Markt

Thomas Reiner | 23.03.2021

Unsere jüngste Umfrage unter 270 Führungskräften der Verpackungsindustrie zeigt, dass 3 von 4 Kunststoff-Verpackungshersteller mit Kommodisierung zu kämpfen haben. Mit der steigenden Bedeutung der Circular Economy ergeben sich für diese Unternehmen immense Chancen für Differenzierung und Wachstum. Reaktive Lösungen aus dem operativen Geschäft heraus reichen dafür aber nicht. Es braucht Weitsicht – und schnelles Handeln.


 

Der Markt für Kunststoffverpackungen entwickelt sich zunehmend zum Commodity-Markt. Der wahrgenommene Mehrwert der Produkte unterscheidet sich kaum noch. In der Folge läuft alles auf den Preis hinaus. Unsere jüngste Umfrage unter 270 Führungskräften der Verpackungsindustrie bestätigt diesen Eindruck. 3 von 4 Kunststoff-Verpackungshersteller haben mit der Kommodisierung zu kämpfen.

Gleichzeitig erkennen 79 Prozent das Thema Circular Economy als Chance. Das ist eine gute Nachricht, denn die überragende Bedeutung der Kreislaufwirtschaft für die Branche ist unbestritten. Speziell der steigende Druck von Regulierungen im Rahmen des Green Deal der EU lässt keinen Zweifel daran. Ohne Nachhaltigkeitsstrategie und ein kreislauffähiges Portfolio werden bald keine Geschäfte mehr zu machen sein.

Erstaunlich ist, dass der Erkenntnis bisher kaum Taten gefolgt sind. Ein Großteil der Kunststoffverpackungshersteller haben einen immensen Nachholbedarf in Sachen Kreislaufwirtschaft. Meist wird versucht, aus dem operativen Geschäft heraus reaktiv Lösungen zu finden. Dieser Ansatz ist jedoch wenig erfolgsversprechend. Es braucht weitsichtige und weitreichende Antworten auf der Basis einer validen Nachhaltigkeitsstrategie.
Wer das erkennt, entsprechend handelt und dabei keine Zeit verliert, der hat große Chancen, sich im Markt zu differenzieren und zu wachsen. Der Nachholbedarf in der Branche ist groß – entsprechend groß ist das Stück des Kuchens, dass noch zu haben ist.

B+P Consultants-Umfrage
Die von B+P Consultants in Oktober 2020 durchgeführte Befragung von 270 Führungskräften der Verpackungsindustrie hat den Puls der Kunststoff-Verpackungshersteller gemessen. Zentrale Ergebnisse der Selbsteinschätzung:

Kommodisierung
– 78 % sehen den Kostendruck als größte Herausforderung für das bestehende Geschäft.
– 75 % schauen mit Sorge auf den Wettbewerbsdruck.
– In diesen Zahlen manifestieren sich klassische Symptome von Unternehmen eines Commodity-Marktes. Mehr als Dreiviertel der Unternehmen stecken damit in wachsenden Schwierigkeiten – und darüber hinaus in einer Wachstumsklemme.

Kreislaufwirtschaft
– 79 % sehen in der Circular Economy eine Chance für ihr Unternehmen
– 12 % verfügen über eine entsprechende Strategie, um die Chancen zu nutzen
– Die Kluft zwischen Erkenntnis und Handeln ist erschreckend. So vielversprechend das Wissen um die Chancen ist, so frappierend ist die Lähmung, die viele Unternehmen befallen hat.

Raus aus der Commodity-Klemme
Der disruptive Wandel durch die Circular Economy bietet große Chancen für Differenzierung und Wachstum. Der Nachholbedarf der Branche beim Thema Kreislaufwirtschaft ist enorm. Entsprechend groß sind die Chancen.
Von entscheidender Bedeutung ist, dass die Weichenstellung weitsichtig erfolgt. Es bedarf weitreichender Antworten auf Produktebene. Reaktive Flickschusterei im Rahmend des operativen Geschäfts wird nicht zum Erfolg führen. Und es bedarf einer grundlegenden, validen Nachhaltigkeits-Strategie auf Unternehmensebene.

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