Kunststoffverpackungen in der Umwelt: Es sind noch mehr als angenommen.

Kunststoffverpackungen in der Umwelt:

Es sind noch mehr als angenommen.

Thomas Reiner | 08.01.2020

Bisher war man bei der Ellen MacArthur Foundation davon ausgegangen, dass durch unsachgemäße Entsorgung weltweit jedes Jahr rund 25 Millionen Tonnen Kunststoffverpackungen unbeabsichtigt in unser Ökosystem gelangen.

Einer aktuellen Studie von Conversio zufolge ist dieser Eintrag jedoch noch bedeutend höher und beläuft sich auf 41 Millionen Tonnen.

Es wird nicht die letzte Zahl dieser Art sein und nicht die letzte, katastrophale Nachricht zu diesem Thema bleiben. Die Diskussionen und Schuldzuschreibungen werden nicht abreißen, bis das zugrundeliegende Problem gelöst ist.

Lösen können wir das Problem aber nur, wenn wir konsequent und im Team nach Wegen suchen. Es geht nur gemeinsam, in einer starken Kooperation von Akteuren aus der gesamten Wertschöpfungskette. Den größten Erfolg versprechen dabei pragmatische Projekte, die klein, kompakt, zielgerichtet und schlagfähig sind. Doch davon ist bisher kaum etwas zu sehen.

Dabei ist so viel möglich…

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Aldi zieht Zwischenbilanz bei Nachhaltigkeit. Da muss mehr kommen!

Quelle: ©ALDI SÜD

Aldi zieht Zwischenbilanz bei Nachhaltigkeit

Da muss mehr kommen!

Thomas Reiner | 17.12.2019

Vor einem Jahr verabschiedeten Aldi Nord und Aldi Süd eine gemeinsame Verpackungsstrategie mit konkreten Nachhaltigkeitszielen und Maßnahmen. Zu den Kernpunkten der Strategie gehören die Reduzierung des Verpackungsaufwands und des Kunststoffeinsatzes. Nun haben die Discount-Riesen Zwischenbilanz gezogen.

Im Vergleich zu 2015 haben Aldi Nord und Aldi Süd, die zusammen die umsatzstärkste Einzelhandelsgruppe in Deutschland bilden, über 40.000 Tonnen Verpackung eingespart. Darunter 22.000 Tonnen Kunststoff. Das entspricht etwa 8 Million der im Dualen System des Landes zur Sammlung verwendeten „Gelben Säcke“. Der Verzicht auf Plastikfolien bei Salatgurken trug 120 Tonnen zur Ersparnis bei.

Die nackten Zahlen hören sich erst einmal gut an. Sie relativieren sich jedoch schnell, wenn man sie in Relation zu den selbstgesteckten Zielen Aldis bringt:

  • Bis 2025 soll das Verpackungsgewicht der Eigenmarken relativ zum Umsatz und im Vergleich zum Basisjahr 2015 um 30 Prozent sinken.
  • Die Eigenmarken machen bei Aldi etwa 88 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Das entspricht rund 820.000 – 1 Million Tonnen Verpackung jährlich.
  • An der erzielten Reduzierung des Verpackungsmaterials von 40.000 Tonnen sind die Eigenmarken jedoch lediglich mit etwa 15.000 Tonnen beteiligt.
  • Diese 15.000 Tonnen entsprechen nur etwa 1,5 bis 1,8 Prozent des Verpackungsaufwands der Eigenmarken. Den Bärenanteil stemmten die Markenprodukte, bei denen 13 bis 21 Prozent Verpackung eingespart wurden.

Von dem selbstgesteckten Ziel, das Verpackungsgewicht der Eigenmarken bis 2025 um 30 Prozent zu reduzieren, ist Aldi also noch sehr weit entfernt.

Es wird spannend sein, zu sehen, wie Aldi diese große Lücke schließen will. Klar ist nur, dass der Discounter seinen Anstrengungen deutlich erhöhen muss, wenn er seine Ziele erreichen will.

Grundsätzlich muss der Handel erst noch beweisen müssen, dass er nicht nur Forderungen stellen, sondern diesen auch selber folgen kann. Die Markenartikler agieren da bisher mit deutlichem Vorsprung.

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Sogar im Kosmetikbereich ersetzt Papier Kunststoff. Beispiel Catrice

Quelle: Catrice

Sogar im Kosmetikbereich ersetzt Papier Kunststoff. 

Beispiel Catrice

Thomas Reiner | 13.12.2019

Solange es der Kunststoffindustrie nicht gelingt, ihre Kreisläufe zu schließen, werden Konsumenten die Antwort auf Nachhaltigkeitsansprüche weiterhin vermehrt in Papier und Karton sehen.

Die Substitution von Kunststoff durch Papier setzt sich im Kosmetikbereich fort. So hat der Kosmetik-Markenartikler Cosnova unter seiner Marke Catrice einen Papier-Lippenstift eingeführt.

Der Catrice-Lippenstift wurde im Zeitraum September bis November 2019 im Rahmen der Sonderaktion „Pure Simplicity“ angeboten. Die Kosmetikprodukte von „Pure Simplicity“ zeichnen sich dadurch aus, dass sie frei von Tierversuchen und Zusatzstoffen ist.

Dass Cosnova die Papier-Verpackung als Botschafter dieser besonders ethischen und natürlich-biologischen Produktlinie wählte, war clever – und folgerichtig.

Der Catrice-Lippenstift aus Papier stellt im Kosmetikbereich ein relatives Novum dar. Er findet entsprechende Beachtung und kommt gerade beim jungen Zielpublikum hervorragend an. Das Nachhaltigkeitsversprechen der Papierverpackung fügt sich perfekt zum Wunsch der Zielgruppe nach ethisch sauberen Standards und Bio-Produkten.

Der Erfolg des Papier-Lippenstifts zeigt deutlich, wie groß der Nachhaltigkeitsvorsprung von Papier momentan zu sein scheint. Das liegt vor allem daran, dass Papier im Gegensatz zu Kunststoff funktionierende Kreisläufe vorzeigen kann.

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Amazon lässt die Luft aus der Verpackung. Box-on-Demand sorgt für maßgeschneiderte Verpackungsgrößen.

Amazon lässt die Luft aus der Verpackung. 

Box-on-Demand sorgt für maßgeschneiderte Verpackungsgrößen.

Thomas Reiner | 06.12.2019

Der rasant wachsende E-Commerce lässt den Verpackungsverbrauch in die Höhe schnellen. Besonders ärgerlich: In den oft schlecht oder gar nicht angepassten Versandverpackungen steckt neben dem Produkt eine Menge Luft und Leerraum. Das sorgt nicht nur für einen unnötig hohen Verbrauch von Verpackungsmaterial, sondern auch für übersteigerte Transportvolumina – mit den entsprechend negativen Folgen für Ökobilanz, Klima und Effizienz.

Amazon geht das Problem an 55 seiner US-Lagerstandorte nun mit einer Box-on-Demand-Lösung an. Dabei werden Maschinen eingesetzt, die den Versandkarton exakt auf die zu versendenden Produkte zuschneiden. Die Folge: Weniger Materialverbrauch und geringere Transportvolumina.

Die eingesetzten Maschinen packen pro Stunde 600-700 Kartons und übertreffen damit die Leistung menschlicher Arbeiter um das Vier- bis Fünffache.

Die Bekämpfung der Überverpackung durch die Box-on-Demand-Lösung ein längst fälliger Schritt. Denn auch wenn die Recyclingfähigkeit der Verpackung eine zwingende Notwendigkeit ist, so gilt es doch bereits vorher anzusetzen. Packstoffe, die erst gar nicht benötigt werden, müssen am Ende nicht mal recycelt werden. Weniger ist hier eindeutig mehr. Und Amazon vollzieht einen konsequenten Schritt in die richtige Richtung.

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