Papier sichert Pole-Position: Coca-Cola enthüllt nun ersten Prototyp für Papierflaschen

 

 

Papier sichert Pole-Position: Coca-Cola enthüllt nun ersten Prototyp für Papierflaschen

Thomas Reiner | 30.11.2020

Auch wenn die Lösung noch nicht final ist, so zeigt sie doch, wie attraktiv Papier bei der Substitution von Kunststoff weiterhin ist. Denn solange es die Kunststoffkreisläufe nicht geschlossen werden und rund um die Kreislauffähigkeit von Kunststoff noch ungelöste Fragen dominieren, wird die Suche nach alternativen Lösungen weitergehen. Und Papier ist dabei in einer Pole-Position.

 


 

Coca-Cola hat in Zusammenarbeit mit Paboco einen Prototyp für eine „Papierflasche der ersten Generation“ vorgestellt. Noch kommt die Flasche nicht ohne eine Kunststoffauskleidung und einen Verschluss aus Kunststoff aus, sie ist aber schon zu 100 Prozent recycelbar. Auch wenn die Lösung noch nicht final ist, so zeigt sie doch, wie attraktiv Papier bei der Substitution von Kunststoff weiterhin ist. Ein Ende ist nicht abzusehen – bis der Kunststoffkreislauf geschlossen ist.

Für sein Papierflaschenprojekt hat sich Coca-Cola mit dem dänischen Unternehmen Paboco zusammengetan, das sich selbst als „The Paper Bottle Company“ bezeichnet. Der jetzt vorgestellte Prototyp ist nach Aussage von Coca-Cola nur ein Zwischenschritt auf dem Weg, eine Getränkeflasche aus 100 Prozent Papier zu entwickeln, die im Altpapierkreislauf entsorgt und wiederverwendet werden kann.

Das Unternehmen zeigt sich grundsätzlich von Papier als Packstoff für Getränkeflaschen überzeugt und geht davon aus, dass es in der Zukunft eine Rolle spielen wird.

Diese Einschätzung spiegelt die im Rahmen der Kunststoffdebatte gestiegenen und weiter steigenden Bedeutung von Papier eindrücklich wieder. Und sie ist nur logisch. Denn solange es die Kunststoffkreisläufe nicht geschlossen werden und rund um die Kreislauffähigkeit von Kunststoff noch ungelöste Fragen dominieren, wird die Suche nach alternativen Lösungen weitergehen. Und Papier ist dabei in einer Pole-Position.

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Der größte Pain Point der Verpackungsbranche beim Thema Circular Economy: Unsicherheit zu gesetzlichen Regulierungen

Bildquelle: Bill Oxford

 

Der größte Pain Point der Verpackungsbranche beim Thema Circular Economy: Unsicherheit zu gesetzlichen Regulierungen

Thomas Reiner | 23.11.2020

Eine neue Studie der B+P Consultants identifiziert den größten Circular Economy Pain Point der Branche als die Unsicherheit zu gesetzlichen Regulierungen. Solange Kreisläufe nicht geschlossen werden, wird der steigende Druck durch Sachzwänge und öffentlicher Meinung dafür sorgen, dass die Regulierungen immer schneller, härter und unkoordinierter erfolgen.

 


 

Eine im Oktober 2020 von B+P Consultants durchgeführte Befragung von 270 Führungskräften der Verpackungsindustrie identifiziert den größten Pain Point der Verpackungsindustrie beim Thema Kreislaufwirtschaft: Es ist der Flickenteppich gesetzlicher Regulierungen und die daraus resultierende Unsicherheit. Die Schmerzen sind nicht nur bei der Materialfraktion Kunststoff groß. Auch die anderen Materialfraktionen leiden. Solange die Industrie keine einheitliche und konsolidierte Position einnimmt, wird der Schmerz nicht nachlassen, im Gegenteil. Dabei sind klare Regelungen dringend notwendig.

Die von B+P Consultants durchgeführte Befragung zeigt deutlich, wie groß das Unbehagen durch die unkoordinierten und jeweils national unterschiedlichen gesetzlichen Regulierungen in Bezug auf die Kreislaufwirtschaft tatsächlich ist – und zwar unabhängig vom verwendeten Material.

  • 76 Prozent der Hersteller von Kunststoffverpackungen bezeichnen die Unsicherheit durch die disparaten Regulierungen als ihren größten Pain Point in Bezug auf die Kreislaufwirtschaft.
  • Materialübergreifend sind es immerhin noch 63 Prozent. Der Flickenteppich unterschiedlicher Regulierungen ist also für eine klare Mehrheit der Verpackungshersteller der zentrale Knackpunkt.

Fakt ist: Wir brauchen dringend klare Regelungen. Fakt ist aber leider auch: Besserung ist nicht in Sicht. Denn noch immer verfügt die Industrie über keine einheitliche und konsolidierte Stellung. Solange aber jeder nur für sich und sein Einzelinteresse spricht, wird die globale „Willkür“ bei den Regulierungen nicht nur weitergehen, sondern sie wird sich weiter verschlimmern. Der steigende Druck durch Sachzwänge und öffentlicher Meinung wird dafür sorgen, dass die Regulierungen immer schneller, härter und unkoordinierter erfolgen. Ein Ende mit Schmerzen ist aktuell nicht absehbar, dafür Schmerzen ohne Ende.

 

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B+P Consultants Studie: 79 % der Kunststoffverpackungshersteller sehen Circular Economy als Wachstumschance

Bildquelle: Josh Power

 

B+P Consultants Studie: 79 % der Kunststoffverpackungshersteller sehen Circular Economy als Wachstumschance

Thomas Reiner | 20.11.2020

Eine neue B+P Consultants Studie der Verpackungsindustrie zeigt: 79 % der Kunststoffverpackungshersteller sehen die Circular Economy als Wachstumschance. Kreislaufwirtschaft ist Game-Changer. In welche Richtung der „Change“ geht, ist aber noch nicht entschieden. Wird es ein Schub? Oder wird es ein Schlag?


 

79 % der Kunststoffverpackungshersteller sehen die Circular Economy als Wachstumschance. Das zeigen erste Ergebnisse einer von B+P Consultants im Oktober 2020 durchgeführte Befragung von 270 Führungskräften der Verpackungsindustrie.

Die Studie zeigt weiterhin, dass zwei von drei Kunststoffverpackungsherstellern sich beim Thema Kreislaufwirtschaft gut aufgestellt fühlen. Das ist einerseits erfreulich. Auf der anderen Seite ist es beängstigend, denn das Gefühl trifft auf eine Realität, die voller ungelöster Probleme ist.

Die größte Hürde ist fraglos das Schließen der Kreisläufe beim Kunststoff. Hier gibt es zwar seit einiger Zeit eine ganze Reihe von Initiativen, doch noch sind die Ergebnisse unzureichend. Das Leakage beim Kunststoff ist noch immer viel zu groß, die Vielfalt der eingesetzten Kunststoffe kontraproduktiv, der Einsatz von Rezyklat stark limitiert und gerade in weniger entwickelten Ländern der Erde fehlt es ganz grundlegend an der notwendigen Infrastruktur für Sammlung, Trennung und Sortierung der gebrauchten Kunststoffverpackungen.

Fakt bleibt: Die Kreislaufwirtschaft ist ein Game-Changer, gerade für die Kunststoffindustrie. Hier entscheidet sich ihre Zukunft. Aber in welche Richtung der „Change“ geht, ist noch nicht entschieden. Wird es ein Schub? Oder wird es ein Schlag? Beide Wege sind denkbar. Klar ist aber auch: Einen Mittelweg wird es nicht geben.

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Der 23. November ist Circular Monday

Quelle: #circularmonday

 

Der 23. November ist Circular Monday

Thomas Reiner | 18.11.2020

Seit 2017 lenkt der Circular Monday einmal jährlich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf das Thema Kreislaufwirtschaft. Der wachsende Zuspruch zum Kreislauf-Montag zeigt, dass das Thema auch in der Öffentlichkeit an Bedeutung gewinnt. Gut so! Denn Kreislaufwirtschaft braucht die Beteiligung der Verbraucher und ist nicht zuletzt eine Frage der Haltung. Nachhaltiger Konsum packt das Umweltthema an der Wurzel.


 

Reuse, Repair, Recycle: Seit 2017 lenkt der Circular Monday einmal jährlich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf das Thema Kreislaufwirtschaft. Unter dem Hashtag #circularmonday beteiligen sich letztes Jahr über 500 Unternehmen, Organisationen und Influencer weltweit an der Aktion. Der Circular Monday wurde bewusst auf den Montag vor dem Black Friday gelegt. Der wachsende Zuspruch zum Kreislauf-Montag zeigt, dass das Thema auch in der Öffentlichkeit an Bedeutung gewinnt. Gut so! Denn Kreislaufwirtschaft braucht die Beteiligung der Verbraucher und ist nicht zuletzt eine Frage der Haltung. Nachhaltiger Konsum packt das Thema an der Wurzel.

Der Circular Monday wurde 2017 in Schweden vom Unternehmer Henning Gillberg gemeinsam mit einem Kollegen initiiert. Seit 2019 ist der Tag international und verzeichnet eine stark wachsende Beteiligung.

Die teilnehmenden Partner posten ein Bild in den sozialen Medien mit dem Hashtag #circularmonday. Einige gewähren Rabatte auf Kreislaufgüter und -dienstleistungen. Mehr als 100 Circular-Partner-Unternehmen bieten Verbrauchern Discounts auf Kreislaufdienstleistungen wie Reparaturen, Mieten und Gebrauchtwaren. Darüber hinaus gibt es Veranstaltungen zum Thema Kreislaufwirtschaft und Second-Hand-Shops werben mit niedrigeren Preise für gebrauchte Waren.

Die Nähe des Circular Monday zum Massenkonsum des Black Fridays ist keinesfalls zufällig, sondern sehr bewusst gewählt. Denn es ist der ungebremste und unbedachte Konsum, der jene Probleme schafft, mit denen wir uns hinterher beschäftigen müssen. Nachhaltiges Kaufverhalten dagegen packt viele Probleme rund um Ökologie und Umweltschutz direkt an der Wurzel. Das betrifft natürlich hauptsächlich die Produkte, auf die ein überwiegender Teil der Umweltbelastungen entfällt. Aber in zwangsläufiger Konsequenz betrifft es auch die Verpackungen, ohne die kaum ein Produkt auskommt.

Der Circular Monday ist deshalb ein wertvolles und sinnvolles Zeichen. Er baut zusätzlichen Druck auf, um die Kreislaufwirtschaft weiter zu entwickeln und zu etablieren. Vor allem aber gibt er Denkanstöße und hilft, das Thema im Bewusstsein der Konsumenten zu verankern. Das ist von großer Bedeutung, denn Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft sind nicht zuletzt eine Frage der Haltung – und sie brauchen die aktive Beteiligung der Verbraucher.

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