Circular Economy. no-plastics revisited: Supermarktkette versucht es erneut

Foto: Iceland

no-plastics revisited:

Supermarktkette versucht es erneut

Thomas Reiner | 19.09.2019

Vor kurzem erst musste die UK-Supermarktkette Iceland einen Versuch beenden, Obst und Gemüse ohne Plastikverpackung zu verkaufen. Der Grund: Ein heftiger Umsatzrückgang. Nun versucht es das Unternehmen erneut.

Im Frühjahr 2019 hatte Iceland in ausgesuchten Supermärkten in UK zwei Pilotprojekte zu Nachhaltigkeit und Kunststoffvermeidung gestartet.

  • Dazu wurden Bananen nicht mehr in Folie angeboten, sondern mit einer Papierbanderole verpacken.
  • Außerdem wurden 35 Obst- und Gemüseprodukte unverpackt angeboten.
  • Weiter 27 präsentierten sich in neuen, nachhaltigen Verpackungen wie kompostierbaren Beuteln, Papiertüten und Netzen auf Zellulosebasis.

Bereits nach drei Monaten ruderte Iceland zurück. Offensichtlich nahmen die Konsumenten die neuen Alternativen nicht an. Der Umsatz bei den betroffenen Waren war um 20 Prozent gesunken.

Trotzdem hält das Unternehmen an seiner Überzeugung fest. Im Juli startete man einen neuen Versuch, Bananen „plastikfrei“ anzubieten – mit einem Testlauf in 20 Supermärkten. Auch ein neuer Versuch mit unverpacktem Obst und Gemüse soll noch im Laufe dieses Jahrs starten.

Das Unternehmen schaut dabei nach eigener Aussage genau auf die Discounter in Deutschland, die vormachen, wie es gehen kann.

Es ist deshalb bemerkenswert, wie Iceland an seinen Überzeugungen zur Nachhaltigkeit festhält und es trotz eines starken Umsatzrückgangs nach dem Schritt, bei einigen seiner Produkte auf Kunststoffe zu verzichten, erneut versucht. Wahre Nachhaltigkeit beginnt in der DNA eines Unternehmens, welche sich von innen nach außen entfaltet.

Dies steht im Einklang mit unserer Mission bei B+P, Unternehmen dabei zu unterstützen, wahrhaftig nachhaltig zu werden und letztendlich für die Kreislaufwirtschaft geeignet zu werden, insbesondere hinsichtlich ihrer Prozesse und Kommunikation sowie ihrer Verpackung. Nachhaltigkeit ist unsere Leidenschaft. Wir würden gerne auf Ihren Ideen aufbauen. Wir freuen uns von Ihnen zu hören.

Link

It’s time to put a freeze on plastics

Video-Interview mit Managing Director Richard Walker

Wir lieben den Austausch

Ich freue mich von Ihnen zu hören

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Circular Economy. Aus Alt mach Neu – Auch bei PP

Source: reCycle Technologies, PCTPR001

Aus Alt mach Neu:

Auch bei PP

Thomas Reiner | 11.06.2019

Ein Schritt, um das Recycling von PP voranzubringen, geht PureCycle Technologies gemeinsam mit Milliken und Nestlé.

Bei dem von Procter & Gamble entwickelten und lizensiertem Verfahren wird Altpolypropylen (PP) zu neuwertigem Polypropylen aufbereitet. Dabei werden auch Farbe, Geruch und andere Verunreinigungen aus dem Ausgangsmaterial entfernt.

Im Ergebnis soll das neue Verfahren dafür sorgen, dass ähnlich wie bei PET nun auch PP für Folgeanwendungen stofflich wiederverwertet und zur Verfügung gestellt werden kann.

Die erste Anlage für das PP-Recycling entsteht zurzeit in den USA, im Lawrence County, Ohio. Ab 2021 sollen dort 54.000 Tonnen Alt-PP zu über 47.500 Tonnen neuwertigem PP aufbereitet werden.

Eine Versuchseinheit der neuen Anlage will PureCycle Technologies in Kürze in Betrieb nehmen. Im Fokus der Versuchseinheit stehen die Verarbeitung von Alt-PP aus unterschiedlichen Quellen und die Optimierung der Abläufe.

Zahlen:

• Aktuell wird weltweit weniger als 1 Prozent des Aufkommens an Alt-PP recycelt.

• Bei Polyethylenterephthalat (PET) liegt der Anteil bereits bei 20 Prozent. Aus R-PET werden meist Kunststoffflaschen und andere Konsumgüterverpackungen hergestellt.

Circular Economy. Lebensmittelsicherheit bei R-PET: Rügenwalder geht den Weg

Source: Rügenwalder

Lebensmittelsicherheit bei R-PET:

Rügenwalder geht den Weg

Thomas Reiner | 05.06.2019

Noch ist die Verwendung von recyceltem PET für das Verpacken von Lebensmitteln eher ungewöhnlich. Als Pionier zeigt sich der in Deutschland ansässige Hersteller von Fleischprodukten und vegetarischen Fleischersatzprodukten, Rügenwalder.

Bereits seit 2017 verwendet Rügenwalder vermehrt recyceltes PET (R-PET) für seine Lebensmittelverpackungen. Der Packstoff wird beispielsweise aus PET-Getränkeflaschen gewonnen.

Inzwischen ist man bei 70 Prozent R-PET-Anteil bei allen verpackten Aufschnitten angekommen. Bei den vegetarischen Produkten beträgt der R-PET-Anteil aktuell 40 Prozent.

Es ist vorgesehen, die R-PET-Quote kontinuierlich weiter zu erhöhen.

Zentraler Bestandteil der Strategie von Rügenwalder ist die Beibehaltung der Produktsicherheit. Dafür müssen die besonders hohen Anforderungen erfüllt werden, die der Gesetzgeber für Materialien, die im Kontakt mit Lebensmitteln stehen, vorschreibt.

Die Verwendung von R-PET ist Teil der Unternehmensstrategie, alle Verpackungen vollständig wiederverwertbar zu machen, sodass aus jeder gebrauchten Verpackung im Prinzip wieder eine neue werden kann.

Rügenwalder Nachhaltigkeits-Strategie:
https://www.ruegenwalder.de/verpackungen

Circular Economy. Tesco startet Programm für chemisches Kunststoffrecycling.

Tesco startet Programm für chemisches Kunststoffrecycling

 

Thomas Reiner | 03.06.2019

Wie geht man mit Kunststoffverpackungen um, die bislang nur schwer sortiert oder nicht stofflich wiederverwertet werden können? Tesco hat als größter Einzelhändler in UK jetzt ein Pilotprojekt gestartet, das auf chemisches Recycling setzt.

Kooperationspartner von Tesco ist das britische Unternehmen Recycling Technologies, das über ein patentiertes Verfahren zum chemischen Recycling von Kunststoffen verfügt.

Im Rahmen des Projekts werden können Kunden aus zehn Supermärkten von Tesco alle Arten von Kunststoffverpackungen nach Entleerung zurückgeben, auch flexible Verpackungen und Verbunde.

Diejenigen Verpackungen, die bislang im UK-Recyclingsystem nicht sortier- oder verwertbaren sind, werden dann zur chemischen Verwertung an Recycling Technologies geliefert.

Für Tesco ist das Projekt nach eigener Aussage ein wichtiger Schritt, um die eigenen Recyclingziele zu erreichen. Gleichzeitig erhofft man sich, damit letzte Lücken im Kunststoffrecycling des Vereinigten Königreichs schließen zu können.

Chemisches Recycling
Es gibt inzwischen einige Verfahren und patentierte Lösungen zum chemischen Recycling von Kunststoff- und Verbundverpackungen.
Dabei werden mittels Vergasung, Pyrolyse, Hydrierung oder anderer rohstofflicher Verfahren die Kunststoffe wieder in niedermolekulare Produkte wie beispielsweise Monomere oder hochwertige Öle und Flüssiggas umgewandelt. Diese Produkte können dann als Ersatz für fossile Rohstoffe wieder zur Produktion neuer Virgin-Kunststoffe dienen.

In Deutschland gilt das chemische Recycling nach Aussage des Bundesumweltamts übrigens nicht als werkstoffliche Verwertung im Sinne des Verpackungsgesetzes, das Anfang dieses Jahres in Kraft getreten ist.

Circular Economy. No-Waste-Einkaufsplattform Loop bringt „packaging as a service”.

Source: UPS

No-Waste-Einkaufsplattform Loop verbindet Startup-Spirit mit Marktführer-Knowhow

 

Thomas Reiner | 31.05.2019

Wie kann man Einwegverpackungen vermeiden und Verbrauchern zugleich eine einfache und umweltfreundliche Lösung für gebrauchte Produktverpackungen anbieten? Die neu gestartete No-Waste-Einkaufsplattform Loop testet genau das.

Kern der Loop-Initiative ist eine Einkaufsplattform, über die nach dem „Milchmann-Modell“ ein Lieferservice mit einem Abholservice kombiniert wird.

Im ersten Schritt kaufen Konsumenten die Waren in einer von den Markenherstellern eigens entwickelten, mehrwegfähigen Verpackung auf der Plattform und bekommen sie geliefert.

Ist das Produkt aufgebraucht, holt Loop die geleerten Verpackungen wieder ab, reinigt sie und liefert sie an die Produkthersteller, wo der Kreislauf erneut startet.

Im Kern bedeutet das für Verbraucher auch: Sie kaufen nur noch das Produkt. Die Verpackung bleibt im Besitz der Produkthersteller, die sie nun mehrfach verwenden können und damit ihre Lebensspanne deutlich verlängern können. Die Verpackung wandelt sich dadurch vom (Kauf)Produkt zur zum (Dienstleistungs)Service. Packaging as a service.

Ein weiterer Vorteil von Loop: Die gezielt entwickelten Mehrwegverpackungen verringern Aufwand und Probleme mit dem Recycling.

Hinter Loop stecken das US-Startup TerraCycle, UPS und aktuell 25 Unternehmen, zu denen auch große Konsumgüterhersteller wie beispielsweise Nestlé, Unilever, Beiersdorf, Procter & Gamble, PepsiCo und Coca-Cola gehören.

Die Pilotphase von Loop geht im Frühjahr dieses Jahres mit rund 300 Produkten in den Großräumen New York und Paris an den Start. Als nächstes ist London an der Reihe. Aktuell steht die Plattform nur einer limitierten Anzahl von Verbrauchern zur Verfügung, die sich im Vorfeld anmelden müssen. Für den Großraum Paris wurde das Limit für die Pilotphase auf 5000 Konsumenten festgesetzt.