Papier sichert Pole-Position: Coca-Cola enthüllt nun ersten Prototyp für Papierflaschen

 

 

Papier sichert Pole-Position: Coca-Cola enthüllt nun ersten Prototyp für Papierflaschen

Thomas Reiner | 30.11.2020

Auch wenn die Lösung noch nicht final ist, so zeigt sie doch, wie attraktiv Papier bei der Substitution von Kunststoff weiterhin ist. Denn solange es die Kunststoffkreisläufe nicht geschlossen werden und rund um die Kreislauffähigkeit von Kunststoff noch ungelöste Fragen dominieren, wird die Suche nach alternativen Lösungen weitergehen. Und Papier ist dabei in einer Pole-Position.

 


 

Coca-Cola hat in Zusammenarbeit mit Paboco einen Prototyp für eine „Papierflasche der ersten Generation“ vorgestellt. Noch kommt die Flasche nicht ohne eine Kunststoffauskleidung und einen Verschluss aus Kunststoff aus, sie ist aber schon zu 100 Prozent recycelbar. Auch wenn die Lösung noch nicht final ist, so zeigt sie doch, wie attraktiv Papier bei der Substitution von Kunststoff weiterhin ist. Ein Ende ist nicht abzusehen – bis der Kunststoffkreislauf geschlossen ist.

Für sein Papierflaschenprojekt hat sich Coca-Cola mit dem dänischen Unternehmen Paboco zusammengetan, das sich selbst als „The Paper Bottle Company“ bezeichnet. Der jetzt vorgestellte Prototyp ist nach Aussage von Coca-Cola nur ein Zwischenschritt auf dem Weg, eine Getränkeflasche aus 100 Prozent Papier zu entwickeln, die im Altpapierkreislauf entsorgt und wiederverwendet werden kann.

Das Unternehmen zeigt sich grundsätzlich von Papier als Packstoff für Getränkeflaschen überzeugt und geht davon aus, dass es in der Zukunft eine Rolle spielen wird.

Diese Einschätzung spiegelt die im Rahmen der Kunststoffdebatte gestiegenen und weiter steigenden Bedeutung von Papier eindrücklich wieder. Und sie ist nur logisch. Denn solange es die Kunststoffkreisläufe nicht geschlossen werden und rund um die Kreislauffähigkeit von Kunststoff noch ungelöste Fragen dominieren, wird die Suche nach alternativen Lösungen weitergehen. Und Papier ist dabei in einer Pole-Position.

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B+P Consultants Studie: 79 % der Kunststoffverpackungshersteller sehen Circular Economy als Wachstumschance

Bildquelle: Josh Power

 

B+P Consultants Studie: 79 % der Kunststoffverpackungshersteller sehen Circular Economy als Wachstumschance

Thomas Reiner | 20.11.2020

Eine neue B+P Consultants Studie der Verpackungsindustrie zeigt: 79 % der Kunststoffverpackungshersteller sehen die Circular Economy als Wachstumschance. Kreislaufwirtschaft ist Game-Changer. In welche Richtung der „Change“ geht, ist aber noch nicht entschieden. Wird es ein Schub? Oder wird es ein Schlag?


 

79 % der Kunststoffverpackungshersteller sehen die Circular Economy als Wachstumschance. Das zeigen erste Ergebnisse einer von B+P Consultants im Oktober 2020 durchgeführte Befragung von 270 Führungskräften der Verpackungsindustrie.

Die Studie zeigt weiterhin, dass zwei von drei Kunststoffverpackungsherstellern sich beim Thema Kreislaufwirtschaft gut aufgestellt fühlen. Das ist einerseits erfreulich. Auf der anderen Seite ist es beängstigend, denn das Gefühl trifft auf eine Realität, die voller ungelöster Probleme ist.

Die größte Hürde ist fraglos das Schließen der Kreisläufe beim Kunststoff. Hier gibt es zwar seit einiger Zeit eine ganze Reihe von Initiativen, doch noch sind die Ergebnisse unzureichend. Das Leakage beim Kunststoff ist noch immer viel zu groß, die Vielfalt der eingesetzten Kunststoffe kontraproduktiv, der Einsatz von Rezyklat stark limitiert und gerade in weniger entwickelten Ländern der Erde fehlt es ganz grundlegend an der notwendigen Infrastruktur für Sammlung, Trennung und Sortierung der gebrauchten Kunststoffverpackungen.

Fakt bleibt: Die Kreislaufwirtschaft ist ein Game-Changer, gerade für die Kunststoffindustrie. Hier entscheidet sich ihre Zukunft. Aber in welche Richtung der „Change“ geht, ist noch nicht entschieden. Wird es ein Schub? Oder wird es ein Schlag? Beide Wege sind denkbar. Klar ist aber auch: Einen Mittelweg wird es nicht geben.

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Der 23. November ist Circular Monday

Quelle: #circularmonday

 

Der 23. November ist Circular Monday

Thomas Reiner | 18.11.2020

Seit 2017 lenkt der Circular Monday einmal jährlich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf das Thema Kreislaufwirtschaft. Der wachsende Zuspruch zum Kreislauf-Montag zeigt, dass das Thema auch in der Öffentlichkeit an Bedeutung gewinnt. Gut so! Denn Kreislaufwirtschaft braucht die Beteiligung der Verbraucher und ist nicht zuletzt eine Frage der Haltung. Nachhaltiger Konsum packt das Umweltthema an der Wurzel.


 

Reuse, Repair, Recycle: Seit 2017 lenkt der Circular Monday einmal jährlich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf das Thema Kreislaufwirtschaft. Unter dem Hashtag #circularmonday beteiligen sich letztes Jahr über 500 Unternehmen, Organisationen und Influencer weltweit an der Aktion. Der Circular Monday wurde bewusst auf den Montag vor dem Black Friday gelegt. Der wachsende Zuspruch zum Kreislauf-Montag zeigt, dass das Thema auch in der Öffentlichkeit an Bedeutung gewinnt. Gut so! Denn Kreislaufwirtschaft braucht die Beteiligung der Verbraucher und ist nicht zuletzt eine Frage der Haltung. Nachhaltiger Konsum packt das Thema an der Wurzel.

Der Circular Monday wurde 2017 in Schweden vom Unternehmer Henning Gillberg gemeinsam mit einem Kollegen initiiert. Seit 2019 ist der Tag international und verzeichnet eine stark wachsende Beteiligung.

Die teilnehmenden Partner posten ein Bild in den sozialen Medien mit dem Hashtag #circularmonday. Einige gewähren Rabatte auf Kreislaufgüter und -dienstleistungen. Mehr als 100 Circular-Partner-Unternehmen bieten Verbrauchern Discounts auf Kreislaufdienstleistungen wie Reparaturen, Mieten und Gebrauchtwaren. Darüber hinaus gibt es Veranstaltungen zum Thema Kreislaufwirtschaft und Second-Hand-Shops werben mit niedrigeren Preise für gebrauchte Waren.

Die Nähe des Circular Monday zum Massenkonsum des Black Fridays ist keinesfalls zufällig, sondern sehr bewusst gewählt. Denn es ist der ungebremste und unbedachte Konsum, der jene Probleme schafft, mit denen wir uns hinterher beschäftigen müssen. Nachhaltiges Kaufverhalten dagegen packt viele Probleme rund um Ökologie und Umweltschutz direkt an der Wurzel. Das betrifft natürlich hauptsächlich die Produkte, auf die ein überwiegender Teil der Umweltbelastungen entfällt. Aber in zwangsläufiger Konsequenz betrifft es auch die Verpackungen, ohne die kaum ein Produkt auskommt.

Der Circular Monday ist deshalb ein wertvolles und sinnvolles Zeichen. Er baut zusätzlichen Druck auf, um die Kreislaufwirtschaft weiter zu entwickeln und zu etablieren. Vor allem aber gibt er Denkanstöße und hilft, das Thema im Bewusstsein der Konsumenten zu verankern. Das ist von großer Bedeutung, denn Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft sind nicht zuletzt eine Frage der Haltung – und sie brauchen die aktive Beteiligung der Verbraucher.

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Digitalisierung treibt Circular Economy: Coca-Cola-App belohnt Verbraucher fürs Recyceln

Foto-Quelle: Coca-Cola Österreich

Digitalisierung treibt Circular Economy: Coca-Cola-App belohnt Verbraucher fürs Recyceln

Thomas Reiner | 13.11.2020

Coca-Cola Österreich und der Entsorger Reclay launchen eine App, die Verbraucher belohnt, wenn sie ihre PET-Flaschen recyceln. Der geplante Launch ist ein gutes Beispiel dafür, wie Digitalisierung die Kreislaufwirtschaft befähigt. Die Initiative ist ein hilfreicher Schritt, um mehr Leakage zu stoppen und Kunststoffkreisläufe zu schließen. Ein Schritt, der auch Segmente jenseits der Getränkeflaschen erschließen könnte.


 

Coca-Cola Österreich und der Entsorger Reclay launchen eine App, die Verbraucher belohnt, wenn sie ihre PET-Flaschen recyceln. Der für den Jahresanfang 2021 geplante Launch ist ein gutes Beispiel dafür, wie Digitalisierung der Kreislaufwirtschaft auf die Sprünge helfen kann. Vor allem aber ist die Coca-Cola-Initiative ein hilfreicher Schritt bei dem alternativlosen Unterfangen, das Leakage zu stoppen und die Kunststoffkreisläufe zu schließen. Ein Schritt, der auch Segmente jenseits der Getränkeflaschen erschließen könnte.

Laut Laszlo Niklos, General Manager bei Coca-Cola Österreich, hat sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, bis 2030 eine Welt ohne Abfall zu schaffen und 100 Prozent seiner Verpackungen zurückzubekommen. Das geht nicht ohne aktive Mitwirkung der Konsumenten.

Mit Hilfe der „Recycle mich!“-App können Österreichische Verbraucher ab dem nächsten Jahr beim Sammelcontainer einchecken und danach einen Code unter dem Verschluss ihrer PET-Flasche scannen. Die korrekte Entsorgung bringt ihnen Punkte, die als Guthaben in der Gastronomie eingelöst werden können.

Coca-Cola und Entsorgungspartner Reclay schaffen mit ihrer Initiative Aufmerksamkeit und Bewusstsein für das Recycling beim Endverbraucher. Die Konsumenten werden motiviert und auf ihre aktive Rolle bei der Kreislaufwirtschaft hingewiesen. Ein weiteres Learning: Recycling lohnt sich, auch für den Verbraucher.

Initiativen wie die „Recycle mich!“-App helfen, das Leakage beim Kunststoff zu stoppen und den Kreislauf zu schließen. Die direkte Einbindung des Konsumenten ist dafür ein wichtiger Baustein. Coca-Cola Österreich und Reclay haben darüber hinaus erkannt, dass die Digitalisierung und die Verpackung als Media-Plattform hier neue, sehr wirkungsvolle Möglichkeiten bieten.

Spannend ist die Initiative auch aus einem weiteren Grund: Sie ist von ihrem Ansatz her nicht auf den Getränkebereich beschränkt. Sie könnte auch ein Weg für Segmente sein, in denen Pfandsysteme nicht ohne weiteres Anwendung finden.

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83% von Unternehmen sehen Nachhaltigkeit als Geschäftsmöglichkeit

Source: Edward Howell

 

83% von Unternehmen sehen Nachhaltigkeit als Geschäftsmöglichkeit

Thomas Reiner | 04.11.2020

Eine aktuelle Studie der Financial Times unter Führungskräften und Verbrauchern belegt erneut, welch überragende Bedeutung der Aspekt Nachhaltigkeit hat. Nachhaltigkeit ist kein Nischen-Thema, sondern ein Game-Changer. Wer das noch immer nicht begriffen hat, wird bald im Regen stehen. Denn wir sind am Tipping-Point. Wer proaktiv handelt, bekommt einen Schub. Wer reaktiv bleibt, bekommt einen Schlag.


 

Das zur Financial Times gehörende Unternehmen Longitude hat jüngst in einer breit angelegten Untersuchung in Großbritannien 200 Führungskräfte aus den Bereichen FMCG, Einzelhandel, E-Commerce und Konsumgüter sowie 1.500 Verbraucher zum Thema Nachhaltigkeit befragt. Im Fokus standen Einstellungen und Überzeugungen im Hinblick auf das Thema Nachhaltigkeit, deren Auswirkungen auf das Verbraucherverhalten und die Erwartungen an die Umsetzung von Nachhaltigkeit durch Marken, Handel und Industrie.

Die Ergebnisse der Untersuchung bestätigen, dass Nachhaltigkeit längst mehr als ein flüchtiger Trend oder ein Nischen-Thema ist. Und sie belegen, welche Schlüsselrolle die Verpackung im Komplex Nachhaltigkeit einnimmt.

– 83 Prozent der befragten Führungskräfte sehen in Nachhaltigkeit eine gute Möglichkeit für Geschäfte.
– 72 Prozent haben erkannt, dass Nachhaltigkeit ein dauerhaftes Thema bleiben wird.
– 74 Prozent wollen nicht, dass sich ihre Konkurrenten einen Vorsprung im Bereich Nachhaltigkeit erarbeiten.
– 68 Prozent sehen Verpackungsmaterialien als größte Herausforderung in Bezug auf Nachhaltigkeit und konzentrieren ihre Innovationsarbeit deshalb auf die Bereiche Verpackungs- und Abfallreduktion.
– 61 Prozent der Verbraucher erwarten von Marken, dass sie konkrete Fortschritte im Bereich Nachhaltigkeit vorweisen können. Nachhaltigkeit ist für sei ein entscheidender Grund für den Kauf oder Nicht-Kauf von Produkten.

Großbritannien hat sich bereits seit längerem als verlässlicher Referenzmarkt und Wegweiser für Marktentwicklungen erwiesen. Wir können mit Sicherheit davon ausgehen, dass die anderen Märkte schnell in der gleichen Richtung nachziehen.

Für Industrie, Marken und Handel ist die Untersuchung ein Weckruf. Und mehr noch: Sie ist ein Last Call! Denn wir stehen am Tipping-Point. Verbraucher erwarten Nachhaltigkeit und sind nicht mehr bereit, hier Kompromisse einzugehen.

Wer als Unternehmen proaktiv vorangeht und entsprechende Aktivitäten und Ergebnisse vorweisen kann, wird davon in hohem Maß profitieren und sich einen entscheidenden Vorsprung am Markt erarbeiten. Wer dagegen verharrt und abwartet, den wird der Nachhaltigkeits-Schlag unvorbereitet treffen und als Opfer zurücklassen.

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