Faserverpackungen werden vom Jäger zum Gejagten

 

 

Faserverpackungen werden vom Jäger zum Gejagten

Thomas Reiner | 09.07.2020

Mit neuen Verpackungslösungen aus flexibler Wellpappe will eBay seinen 187 Millionen Käufern und Verkäufern weltweit bald neue Möglichkeiten für mehr Nachhaltigkeit anbieten. Die 14 maßgeschneiderten Lagereinheiten (SKU) sollen den Materialverbrauch und das Leervolumen reduzieren und gleichzeitig das Kauferlebnis verbessern.

Der Vorstoß von eBay kommt vor dem Hintergrund wachsenden Drucks auf den Onlinehandel, sein Abfallaufkommen in den Griff zu bekommen. Aktuell ist ein durchschnittliches Paket im Versandhandel nur zur Hälfte befüllt. Der Rest ist Füllmaterial oder Luft. Online-Händler suche deshalb weltweit nach neuen Antworten.

Probleme macht dem eCommerce sein sehr breites Spektrum an benötigten Verpackungsgrößen und -lösungen. Die Vielzahl und Heterogenität der angebotenen und zu versendenden Produkte ist gigantisch. Größe, Gewicht und Schutzbedürftigkeit der Waren unterscheiden sich stark und oft grundlegend.

eBay hat sich seiner Lösung über eine Ermittlung der benötigten Kartongrößen und Materialqualitäten unter seinen Verkäufern genähert. Auf dieser Basis entstanden 14 maßgeschneiderte Lagereinheiten (SKU), die ein möglichst großes Spektrum benötigter Verpackungslösungen abdecken und dabei bestimmte Kosten-, Qualitäts- und Mengenanforderungen erfüllen.

Um die Nachhaltigkeit der eBay-gebrandeten Box-SKUs zu unterstreichen, sorgt das Unternehmen für eine FSC-Zertifizierung seiner Verpackungen und hebt ihre Recyclingfähigkeit hervor.

Laut der Plattform kommt die neue Lösung bei Verkäufern und Käufern gut an. Auf jeden Fall ist sie ein guter und richtiger Schritt, um den Sorgen der Konsumenten über zu viel Verpackung zu begegnen und den Materialverbrauch zu senken.

Denn die steigende Sensibilität der Konsumenten gegenüber Verpackungsmüll macht nicht beim Kunststoff halt. Verbraucher sind immer weniger bereit, den exzessiven und unnötigen Einsatz von Material zu akzeptieren, das sie am Ende entsorgen müssen. Die Faserverpackungen werden hier zunehmend vom Jäger zum Gejagten.

Wir lieben den Austausch

Ich freue mich von Ihnen zu hören

12 + 13 =

Wellpappe: Wenige Industrien zeigen Gewinner & Verlierer der Corona-Krise so deutlich

 

 

Wellpappe: Wenige Industrien zeigen Gewinner & Verlierer der Corona-Krise so deutlich

Thomas Reiner | 03.07.2020

Auf der einen Seiten gravierende Zuwächse bei Konsumgüterverpackung, auf der anderen Seite ein dramatischer Abriss bei Industrieverpackung. Bei keiner Industrie zeigen sich Gewinner und Verlierer der Corona-Krise so deutlich, wie im Bereich Wellpappe.

Für das erste Quartal 2020 melden die Unternehmen des deutschen Verbandes der Wellpappen-Industrie (VDW) eine Absatzsteigerung von 1,4 Prozent zum Vorjahr. Ausschlaggebend war der März mit einem Plus von 4,7 Prozent.

Nach Aussage des VDW-Geschäftsführers ist die coronabedingte Sonderkonjunktur im Lebensmitteleinzelhandel für den Zuwachs verantwortlich. Da fast zwei Drittel aller transportierten Waren in Wellpappe verpackt werden, übertragen sich die Nachfragespitzen der Konsumgüterhersteller direkt auf die Verpackungsindustrie.

Richtig ist aber auch, dass rund 30 Prozent aller eingesetzten Wellpappenverpackungen in der Industrie und ihrer Logistik Verwendung finden. Dieser wichtige Markt wird bei der Betrachtung der Wellpappen-Industrie oft vergessen.

Entsprechend gravierend trifft der Abriss der Industrieproduktion seit Corona die entsprechenden Hersteller. Die Industrieproduktion sank im März preisbereinigt um insgesamt 9,2 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Da viele Unternehmen der Branche auf bestimmte Anwenderbranchen spezialisiert sind, übertragen sich durch Covid-19 angestoßenen Entwicklungen jeweils sehr unterschiedlich. Wer im Bereich Lebensmittel tätig ist, profitiert überproportional. Wer sich dagegen rein auf Verpackungen für Industrie und Logistik konzentriert hat, für den kann es dramatisch werden.

Wir lieben den Austausch

Ich freue mich von Ihnen zu hören

3 + 6 =

Covid-19 macht Schwächen sichtbar und beschleunigt Trends

Covid-19 macht Schwächen sichtbar und beschleunigt Trends

Thomas Reiner | 01.07.2020

Für viele Hersteller entpuppt sich das Mehrgeschäft in Corona-Zeiten mehr als Fluch, denn als Segen. Grund sind die steigenden Kosten. So gut wie jeder Posten in der Kalkulation schnell nach oben, ob Produktion, Personal, Rohware, Verpackungsmaterial oder Logistik. Es ist die Rede von Frachtaufschlägen bis zu 200 Prozent. Der Markenartikler Frosta spricht von höheren Kosten in der gesamten Lieferkette. Alleine die Produktionskosten hätten sich um 5 Prozent erhöht.

Auch wenn Teile der Kosten über dem Vorkrisenniveau verharren: Unter dem Strich bleibt zu oft kaum etwas hängen. Und der Kostendruck wird nicht abnehmen.

So werden wir beispielsweise in der Logistik weiter steigende Belastungen und Kosten sehen. Die Logistikkette war schon Corona am Limit. Die Pandemie hat diesem Trend einen zusätzlichen Schub verliehen und führt ihn deutlich vor Augen.

Auch beim Thema Agilität und Digitalisierung lassen sich Schwächen und Rückstände nun kaum mehr verbergen. Das Fehlen agiler Fähigkeiten wird ebenso offensichtlich, wie fehlende Kraft und Kompetenz in Sachen Digitalisierung. All das schmerzt heute deutlich mehr, als noch vor fünf Monaten.

Entwicklungen, Trends und Notwendigkeiten treten in der Corona-Krise deutlicher zu Tage, als wir das gewohnt sind. Diese „neue“ Transparenz sollten wir nutzen. Sie lässt uns Dinge klarer sehen und hilft bei der Erkenntnis.

Wir lieben den Austausch

Ich freue mich von Ihnen zu hören

5 + 12 =

Covid-19 treibt hygienesicheres Verpackungsdesign

 

 

Covid-19 treibt hygienesicheres Verpackungsdesign

Thomas Reiner | 24.06.2020

G & S Business Communication führte am 17. April 2020 eine repräsentative Umfrage unter 1.058 US-Bürgern ab 18 Jahren durch. Im Fokus stand das Thema Lebensmittelsicherheit. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Konsumenten deutlich mehr Sorgen um Hygiene und Sicherheit ihrer Lebensmittel machen, als das vor Covid-19 der Fall war.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

  • 54 Prozent der Befragten haben Sorge, sich durch den Verzehr von Lebensmittel mit dem Coronavirus zu infizieren.
  • 66 Prozent befürchten, dass sie sich über die Oberfläche der Lebensmittelverpackung infizieren könnten.
  • 44 Prozent reinigen Lebensmittelverpackungen deshalb vor dem Öffnen mit einem Desinfektionsmittel.
  • 66 Prozent erwarten von den Akteuren der Lebensmittelverpackungsindustrie eine proaktive Kommunikation über Maßnahmen zur Sicherstellung einer hygienisch verlässlichen und qualitativ hochwertigen Versorgung mit Lebensmitteln.

Es lässt sich feststellen, dass die Corona-Pandemie unter den Konsumenten zu einem neuen Bewusstsein für die Bedeutung von Hygiene und Lebensmittelsicherheit geführt hat. In der Konsequenz steigt die Nachfrage und die Bedeutung von hygienesicheren Verpackungsdesigns.

Hygienesicheres Verpackungsdesign kann Verbrauchern dabei nicht nur die Sorgen vor einer Ansteckung über die Oberflächen von Lebensmitteln oder Lebensmittelverpackungen nehmen. Es kann für die Akteure darüber hinaus auch ein starkes Instrument sein, um sich im Wettbewerb zu differenzieren und gegenüber Kunden und Konsumenten hervorzuheben.

Das gilt umso mehr, als Konsumenten von der Industrie nicht nur eine entsprechende Vorsorge erwarten, sondern auch eine proaktive und transparente Aufklärung über Risiken und Maßnahmen zur Risikoeliminierung.

Gerade in Zeiten von Covid-19 gilt damit die alte Regel „Tu Gutes und rede darüber“. Wer sich jetzt mit hygienesicherem Verpackungsdesign vom Wettbewerb abheben kann und den Sorgen der Verbraucher mit proaktiver und transparenter Kommunikation begegnet, wird gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Für die Verpackungsindustrie bietet sich dabei auch die Chance, die lebensnotwendigen Leistungen der Verpackung grundsätzlich vor Augen zu führen und wertvolle, imagefördernde Aufklärungsarbeit zu leisten.

Wir lieben den Austausch

Ich freue mich von Ihnen zu hören

3 + 2 =

Der Druck steigt: Frankreich verbietet Einweg-Kunststoffe bis 2040 komplett

Quelle: freepik.com

 

Der Druck steigt:

Frankreich verbietet Einweg-Kunststoffe bis 2040 komplett

Thomas Reiner | 13.05.2020

Im Rahmen eines Anti-Müll-Gesetzes hat Frankreich jüngst ein Gesetz zum kompletten Verbot von Einweg-Kunststoffen – inklusive Einwegverpackungen aus Kunststoff – bis zum Jahr 2040 verabschiedet. Der schrittweise Vollzug gliedert sich in vier Fünfjahrespläne; 2020-2025, 2025-2030, 2030-2035 und 2035-2040.

Der Prozess unterliegt der parlamentarischen Kontrolle und setzt ab 2021 klare Vorgaben für die Reduktion, die Mehrfachverwendung und die Wiederverwertung von Kunststoff. Die Vorgaben werden zum Start jeder Fünfjahresphase überprüft und fortgeschrieben.

Die erste Phase des Vollzugs startete bereits zum Jahresanfang 2020. Seitdem sind beispielsweise Einwegbecher und -geschirr sowie Wattestäbchen aus Kunststoff verboten. Ab 2021 erweitert sich der Bann auf Produkte wie Strohhalme, Kunststoffbesteck und Plastik-Konfetti. Bereits 2025 sollen 100 Prozent des verwendeten Kunststoffs recycelt werden.

Frankreich hat eine traditionell schlechte Quote bei der Wiederverwertung von Kunststoff. 2018 wurden lediglich 25 Prozent recycelt, währen der europäische Durchschnitt bei 30 Prozent lag.

Das verabschiedete Gesetz ist nur das jüngste Beispiel für nationale Alleingänge bei der Regulierung des Kunststoffeinsatzes. Die zunehmenden, nicht koordinierten, einzelstaatlichen Maßnahmen zeigen, wie groß der Druck auf das Material geworden ist. Und dieser Druck wird weiter steigen, solange es uns nicht gelingt, die Recyclingkreisläufe für Kunststoff zu schließen.
Gleichzeitig führen die nationalen Alleingänge zu einem Flickenteppich parallel existierender Regulierungen. Die Herausforderungen werden dadurch noch komplexer, als sie ohnehin schon sind.

Wir lieben den Austausch

Ich freue mich von Ihnen zu hören

8 + 10 =