Aldi zieht Zwischenbilanz bei Nachhaltigkeit. Da muss mehr kommen!

Quelle: ©ALDI SÜD

Aldi zieht Zwischenbilanz bei Nachhaltigkeit

Da muss mehr kommen!

Thomas Reiner | 17.12.2019

Vor einem Jahr verabschiedeten Aldi Nord und Aldi Süd eine gemeinsame Verpackungsstrategie mit konkreten Nachhaltigkeitszielen und Maßnahmen. Zu den Kernpunkten der Strategie gehören die Reduzierung des Verpackungsaufwands und des Kunststoffeinsatzes. Nun haben die Discount-Riesen Zwischenbilanz gezogen.

Im Vergleich zu 2015 haben Aldi Nord und Aldi Süd, die zusammen die umsatzstärkste Einzelhandelsgruppe in Deutschland bilden, über 40.000 Tonnen Verpackung eingespart. Darunter 22.000 Tonnen Kunststoff. Das entspricht etwa 8 Million der im Dualen System des Landes zur Sammlung verwendeten „Gelben Säcke“. Der Verzicht auf Plastikfolien bei Salatgurken trug 120 Tonnen zur Ersparnis bei.

Die nackten Zahlen hören sich erst einmal gut an. Sie relativieren sich jedoch schnell, wenn man sie in Relation zu den selbstgesteckten Zielen Aldis bringt:

  • Bis 2025 soll das Verpackungsgewicht der Eigenmarken relativ zum Umsatz und im Vergleich zum Basisjahr 2015 um 30 Prozent sinken.
  • Die Eigenmarken machen bei Aldi etwa 88 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Das entspricht rund 820.000 – 1 Million Tonnen Verpackung jährlich.
  • An der erzielten Reduzierung des Verpackungsmaterials von 40.000 Tonnen sind die Eigenmarken jedoch lediglich mit etwa 15.000 Tonnen beteiligt.
  • Diese 15.000 Tonnen entsprechen nur etwa 1,5 bis 1,8 Prozent des Verpackungsaufwands der Eigenmarken. Den Bärenanteil stemmten die Markenprodukte, bei denen 13 bis 21 Prozent Verpackung eingespart wurden.

Von dem selbstgesteckten Ziel, das Verpackungsgewicht der Eigenmarken bis 2025 um 30 Prozent zu reduzieren, ist Aldi also noch sehr weit entfernt.

Es wird spannend sein, zu sehen, wie Aldi diese große Lücke schließen will. Klar ist nur, dass der Discounter seinen Anstrengungen deutlich erhöhen muss, wenn er seine Ziele erreichen will.

Grundsätzlich muss der Handel erst noch beweisen müssen, dass er nicht nur Forderungen stellen, sondern diesen auch selber folgen kann. Die Markenartikler agieren da bisher mit deutlichem Vorsprung.

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