Source: McDonald’s Deutschland
McDonalds experimentiert mit nachhaltigen Verpackungen
Thomas Reiner | 04.07.2019
Mehrweg statt Einweg, Graspapier und Ketchup in der Waffel: Auf der Suche nach nachhaltigen Verpackungslösungen ging McDonald’s in die Offensive und startet ein Live-Experiment.
Vom 17. bis zum 26. Juni 2019 machte McDonald’s seine Filiale in der Mall of Berlin zu einem Modell-Restaurant unter dem Motto „Weniger Müll & Plastik“. Das Team von B+P Creality war vor Ort, um die Maßnahmen und alternativen Verpackungen unter die Lupe zu nehmen. Das Fazit fällt gemischt aus.
Verpackungsalternativen im Praxis-Test
- Bei den Getränkebechern aus Kunststoff ersetzte eine Mehrweg- die Einwegvarianten. Zum Pro der Mehrwegvariante kommt als Contra die Aufwände für die Einrichtung und den Betrieb der Reinigungsanlagen. Fraglich ist auch, wie das Mehrwegkonzept to-go-fähig gemacht wird. Ein Pfandsystem würde den Aufwand weiter steigern.
- Der Trinkhalm aus Papier löste sich beim Verzehr von Shakes zu schnell auf. Von der gefühlten hygienischen und geschmacksneutralen Anmutung der Kunststoffhalme ist die Papiervariante noch weit entfernt.
- PE-kaschierte Papierschalen fanden für Salate Verwendung. Sie ersetzen Kunststoff, bringen dafür jedoch Nachteile in der Recyclingfähigkeit.
- Papiertüten wurden für Chicken McNuggets verwendet. Das bringt einen reduzierten Materialeinsatz.
- Essbare Waffel-Becher kamen für Ketchup und Dips sowie Softeis zum Einsatz. Als nicht ideal dabei zeigt sich der Hygieneaspekt. Und es stellt sich die Frage, ob eine Verpackung aus Lebensmitteln, die in der Praxis meist entsorgt werden dürfte, das richtige Signal für Nachhaltigkeit ist.
- Graspapier wurde als Einschlag für die Burger verwendet. Das funktionierte prima. Allerdings lag der Grasanteil des Papiers nur bei 30%.
- Aus Holz war das Besteck. Hier zeigte der Praxistest Nachteile in der Geschmacksneutralität. Nicht optimal ist auch die Entsorgung, die über den Restmüll erfolgt.
Das Fazit
Was auf jeden Fall positiv ist: Mit McDonald’s macht sich ein großer Player daran, mutig voranzugehen und Alternativen zu erkunden. Es zeigt sich jedoch, dass noch viel zu tun ist. Denn am Ende blieben nur unwesentlich weniger gebrauchte Verpackungen auf dem Tablett zurück. Einzig der Anspruch, weniger Kunststoff einzusetzen, wurde sichtbar umgesetzt. Dafür fehlte an zu vielen Stellen die Kreislauffähigkeit der getesteten Alternativen. Die aber ist für echte Nachhaltigkeit unverzichtbar.
Ebenfalls nicht wirklich gelöst scheint uns auch die Frage, ob es McDonald’s mit seinem Konzept gelingt, sowohl den stationär Speisenden als auch den To-go-Konsumenten glücklich zu machen.
• Der komplette Bericht des B+P Creality-Teams enthält weitere Details zu den Pros und Contras.
https://bp-creality.de/neuigkeiten/praxis-check-mcdonalds-modell-restaurant-fuer-weniger-muell-plastik/



